Tschechiens Regierung sucht Weg aus der Krise

Die Kabinettschefin soll bespitzelt und bestochen haben, sie musste gehen – und mit ihr der tschechische Regierungschef sowie sechs weitere Personen. Der Streit um die politischen Spitzenplätze ist nun voll im Gange.

Kabinettschefin Jana Nagyova

Bildlegende: Die Kabinettschefin soll ein Verhältnis mit dem Ministerpräsidenten haben und darum den Geheimdienst missbraucht haben. Reuters

Tschechiens Regierung ist in Bedrängnis: Sie muss möglichst schnell die Spitzen-Positionen wieder besetzten, denn die linke Opposition fordert bereits Neuwahlen.

Nun muss Ministerpräsident Petr Nečas, der auch Chef der Mitte-Rechts-Regierung ist, möglichst rasch einen Nachfolger präsentieren. Als möglicher Kandidat im Amt des Ministerpräsidenten wird Industrieminister Martin Kuba gehandelt. Er gehört zu Nečas' Bürgerpartei ODS.

Nečas musste zurücktreten, nach erst drei Jahren im Amt. Der Grund: Seine engste Vertraute und Kabinettschefin Jana Nagyova, ist in einen spektakulären Bespitzelungs- und Bestechungsskandal verwickelt. Mit der Kabinettschefin sind weitere Personen in Untersuchungshaft.

Nagyova wird vorgeworfen, den Militärgeheimdienst zur Bespitzelung von Nečas' getrennt lebender Frau missbraucht zu haben. Nečas und Nagyova wird ein nicht nur dienstliches Verhältnis nachgesagt.