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International Tsipras besucht Putin

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ist zu Besuch in Moskau beim russischen Präsidenten Putin. Ein Thema dürften auch die griechischen Finanzen sein. Kann Griechenland von Russland Geld erwarten?

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras
Legende: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras besucht Moskau. Keystone

Athen und Moskau sind traditionell Verbündete. Moskau könnte versuchen, Griechenland auf seine Seite zu ziehen und so die EU zu spalten. Dass Russland Griechenland aber finanziell unterstützt, glaubt Daniel Gros, Leiter des Brüsseler Think Tank Centre for European Policy Studies, nicht. Denn eine kleine Summe werde Griechenland nicht weiterhelfen und eine grosse Summe sei auch für Russland zu riskant.

Regierung plündert Konti, um zahlen zu können

Die griechische Regierung muss das notwendige Geld also anderswo herholen. Sie plündere zur Zeit spezielle Konti, insbesondere bei den eigenen Sozialversicherungen, um beispielsweise dem Internationalen Währungsfonds am Donnerstag die geforderten 450 Millionen Euro zurückzahlen zu können. Gros schätzt jedoch, dass sich Griechenland so höchstens noch ein paar Wochen über Wasser halten kann. Denn im Juni stünden weitere Zahlungen an die Europäische Zentralbank an. Und diese Summen finde Griechenland zu Hause nicht.

Spätestens dann seien diese Konti leer und die griechische Regierung könne die Verpflichtungen nicht mehr bedienen, ergänzt Guntram Wolff, Leiter des Brüsseler Think Tank Bruegel. Dann sei ein Staatsbankrott Griechenlands ein mögliches Szenario. Wolff sagt, dass die griechische Regierung am Schluss eine Lösung mit den europäischen Partnern und dem Währungsfonds anstrebt, um den Bankrott abzuwenden.

Internationaler Druck auf Griechenland gross

Während die griechische Regierung lange nicht sehr kooperativ agiert habe, sei der internationale Druck unterdessen enorm, so Wolff weiter. Das habe sich auch beim Besuch des griechischen Finanzministers Varoufakis in Washington gezeigt. Das Finanzministerium der Vereinigten Staaten forderte Griechenland zur Kooperation auf. Denn ein Scheitern der Verhandlungen, und damit ein Bankrott Griechenlands, sei eben nach wie vor die schlechteste aller Optionen.

23 Kommentare

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  • Kommentar von c.jaschko, Bern
    Griechenland hat Kopf und macht was richtig ist und lässt sich von den D/EU-Agressoren nichts mehr sagen also wer ist der Nächste der seine Männlichkeit finden wird :-) United Kingdom, Ungarn, Spanien, Portugal, Schweiz , Tschechien , Italien, Irland :-) Kandidaten gibt es ganz viele so viel ist sicher und da die D/EU eine Aggressions-Politik führt dieses Zusammengewürfelte-Verein wird bald untergehen so viel ist auch sicher :-)
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  • Kommentar von V. Humbert, Carouge
    Dieser Tsipras ist ein elender Opportunist. Untragbar. Zuerst die Reparationsforderungen aus WW II, und danach gleich in Moskau auf Betteltournee. Brüssel wäre gut beraten, ihm das entweder oder endlich und diesmal unmissverständlich klarzumachen. Und was Putin betrifft dürfte er sich hüten, einen einzigen Rubel in dieses Fass ohne Boden zu investieren. Was haben die Griechen da bloß gewählt.
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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Alles Kalkül. Die machen das schon richtig, die Griechen. Auch wenn vorderhand nichts aus diesem Besuch herausschaut haben sie den Hühnerhaufen USA und EU mal aufgescheucht. Schlussendlich wird die EU jeden Betrag zahlen um Griechenland zu behalten, da können Schäuble und Merkel sich noch so lange quer stellen.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      ........Ihre Verdrehungen finde ich persönlich abscheulich. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn Merkel und Schäuble den Grexit tatsächlich betreiben würden, aber leider stehen sie an, um den Griechen Geld anzutragen. Sie sollten in Ihren Aversionen Deutschland gegenüber etwas zurückhaltender sein, Sie verwickeln sich nämlich dabei allzu oft in Widersprüche.
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    2. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Herr Chauvet: Ich sehe meinerseits weder Verdrehungen noch Widersprüche. Habe immer geschrieben, dass ich es gut finde wenn sich die Griechen nicht noch vollends platt machen lassen. Schäuble steht ja dafür, dass den Griechen die Daumenschrauben nicht ein Millimeter gelockert werden. Und: Habe keinerlei Aversionen gegenüber Deutschland. An der Grenze wohnend habe ich viele Freunde dort, die aber auch nicht sehr glücklich sind mit ihrer Regierung.
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