Tsipras wirft private Investoren raus

Das neue griechische Kabinett trifft sich zur ersten Sitzung nach den Wahlen. Regierungschef Alexis Tsipras hat bereits Hand angelegt: Er stoppt die Privatisierung. Das könnte für Zündstoff im internationalen Umfeld sorgen.

Männer in Anzug auf einem Balkon vor Industriegelände.

Bildlegende: Was unter Samaras (rechts) aufgegleist wurde, endet mit Tsipras wieder: Chinesische Investoren in Piräus. Reuters

Chinesische Investoren hatten vor, 320 Millionen Euro in den Hafen von Piräus zu investieren. Damit ist vorerst Schluss. Der neu gewählte griechische Regierungschef Alexis Tsipras stoppt das Privatisierungsvorhaben.

Gleiches gilt für Pläne beim Energiekonzern PPC. Dies erklärte Energieminister Panagiotis Lafazanis am Fernsehen. Zunächst sei die Elektrizitätsgesellschaft DEI betroffen. Auch die griechische Eisenbahn soll nicht verkauft werden.

Privatisierung ist Auflage der internationalen Geldgeber

Brisant: Die Privatisierung von Staatseigentum gehört zu den Auflagen der internationalen Geldgeber im Gegenzug für die Finanzhilfen an das hoch verschuldete Land.

Tsipras dagegen hatte vor den Wahlen versprochen, die Auflagen mit den Geldgebern neu zu verhandeln. Zudem will er die Sparpolitik seines Vorgängers Andonis Samaras beenden.

Börse auf Talfahrt

Kaum hat die neue Regierung in Griechenland erste Pläne vorgestellt, sind die Finanzmärkte des Landes regelrecht abgestürzt. Sowohl Aktien als auch Kurse von Staatsanleihen erlitten starke Verluste. Der Börsen-Leitindex ASE brach zeitweise um 7,42 Prozent auf 725,20 Punkte ein. Der griechische Bankenindex ist sogar um knapp 25 Prozent abgestürzt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Keine «Politik der Unterwerfung»

    Aus Tagesschau vom 28.1.2015

    Die junge griechische Regierung gibt sich selbstbewusst und ist auf dem Weg zu einer radikalen Neupositionierung. Alex Tsipras, der neue Ministerpräsident, hat seinen Plan an der ersten Kabinettssitzung präsentiert. Er suche nicht den Bruch mit den Geldgebern, es gäbe aber auch keine «Politik der Unterwerfung».