Türkei in die EU? Merkel bleibt skeptisch

Eine rasche türkische EU-Vollmitgliedschaft wird auf die lange Bank geschoben. Das sei ein «ergebnisoffener Prozess», sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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Erdogan auf Besuch in Deutschland

1:13 min, aus Tagesschau vom 4.2.2014

Es bleibt dabei: Angela Merkel ist in der Türkei-Frage skeptisch. Eine rasche EU-Vollmitgliedschaft der Türkei wird es somit kaum geben. Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und der sozialdemokratischen SPD sehe die Beitrittsverhandlungen als einen «ergebnisoffenen Prozess», sagte Merkel nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin.

Deutschland sei dafür, dass das Verhandlungspaket zur Regionalpolitik intensiv behandelt werde. Es sei zudem vorstellbar, dass die Rechtskapitel bald geöffnet werden können.


EU-Beitritt: Erdogan setzt auf deutsche Unterstützung

5:24 min, aus SRF 4 News aktuell vom 04.02.2014

Türkei seit 1999 Beitrittskandidat

Erdogan hatte zuvor eindringlich um Unterstützung für eine Ausweitung der EU-Beitrittsverhandlungen mit seinem Land geworben. Die Türkei ist seit 1999 Beitrittskandidat. Merkels christdemokratische CDU steht einer vollen Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union seit langem skeptisch gegenüber.

Zuletzt war die türkische Regierung im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre regierungsnaher Kreise gegen Polizei und Justiz vorgegangen. Zudem gibt es Vorwürfe, die Regierung schränke die Medienfreiheit ein und wolle Zensur im Internet erleichtern.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Erdogan weibelt in Deutschland

    Aus Tagesschau vom 4.2.2014

    Der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan trifft sich in Berlin mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Er will für eine baldige Aufnahme der Türkei als Vollmitglieder der EU werben. Daneben hofft Erdogan auch, die Stimmen der in Deutschland lebenden Türken für sich zu gewinnen.