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International Türkei kämpft mit Ansturm von Dschihadisten

Immer mehr ausländische Dschihadisten ziehen über die Türkei nach Syrien in den Dschihad, sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu in Washington. Gegen 12'800 Verdächtige hat die Regierung bereits ein Einreiseverbot verhängt. Auch die grüne Grenze kontrolliert sie nun verstärkt.

Türkische Soldaten stehen im Grenzgebiet zu Syrien
Legende: Türkische Soldaten stehen im Grenzgebiet zu Syrien. Keystone

Die Region befinde sich derzeit in einer «kritischen Phase», sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu in Washington. 1300 ausländische Kämpfer seien ausgewiesen worden. «Die Türkei ist eines der Transitländer für die ausländischen Kämpfer und wir tun unser Bestes, damit das aufhört.»

«Aber auch die Herkunftsländer müssen ihr Bestes tun, um diese Kämpfer festzunehmen, bevor sie aufbrechen», sagte er weiter. Dazu sei eine verbesserte internationale Zusammenarbeit notwendig, etwa beim Austausch von Informationen.

Thomas Seibert, Journalist in Istanbul, erklärt: «Die Türkei hat lange zugewartet. Nun sind neue Strukturen entstanden, die man zerschlagen muss.» Dass die Türkei bis anhin nur wenig Informationen von den westlichen Staaten erhalten habe, liege an der Trägheit der Behörden und auch an den Datenschutzregeln.

Man könne dies mit dem Beispiel drei junger Frauen aus Grossbritannien Anfang Jahr illustrieren: «Die türkische Regierung hat erst drei Tage, nachdem die Mädchen eingereist waren, Bescheid bekommen. Da konnte sie nichts mehr machen.»

«Junge Leute begehen fatalen Fehler»

US-Aussenminister John Kerry sagte, die an Syrien, den Irak und Iran angrenzende Türkei sei ein «entscheidender Partner» der USA bei der Bekämpfung der Dschihadisten-Organisation Islamischer Staat (IS). Der IS sei zuletzt verstärkt unter Druck geraten und sei daher «enorm von neuen Rekruten» abhängig.

Die Herkunftsländer von Islamisten müssten daher ihre Bemühungen verstärken, «die jungen Leute davon abzubringen, diesen fatalen Fehler zu begehen».

Die Türkei und die USA hatten vergangenen Monat begonnen, tausende gemässigte syrische Rebellen auszubilden und auszurüsten. Nach der Ausbildung sollen sie nach Syrien zurückkehren und dort gegen die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad kämpfen.

Türkei hat die Kontrollen verstärkt

Daneben hat die Türkei als Sofortmassnahme die Patrouillen an der grünen Grenze verstärkt. Weiter habe sie auch die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert, sagt Journalist Seibert: «Die türkische Armee informiert inzwischen fast täglich über die Festnahmen neuer Ausländer im Grenzgebiet zu Syrien und dem Irak.»

Das zeige einerseits den westlichen Partner, dass sie etwas tue. Auf der anderen Seite entstehe auch ein Abschreckungseffekt gegenüber Dschihad-willigen Menschen aus dem Westen.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Es tut sich für ganz Europa ein islamistischer Feind auf, der nicht nur gut finanziert (Sozialhilfe) sondern auch gut organisiert ist. Trotz allem, die Geheimdienste hätten die Möglichkeit deren Netzwerke zumindest teilweise zu zerstören, aber tun es aus politischen Gründen nur sehr selten, um sich nicht dem Rassismusvorwurf auszusetzen. Bei einem solchen Gegner sollte man nicht schauen, ob es gar politisch korrekt ist. Hier muss man deren Taktik genauso durchziehen; erst schiessen,dann fragen.
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  • Kommentar von D. Schmidel, St. Gallen
    Während die EU daran ist, die Tore für Afrika zu öffnen, um ein ein islamisches Eurafrika zu schaffen, lässt man die USA im Kampf gegen den IS alleine.
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    1. Antwort von Beat Brüggee, Altendorf
      Sie meinen wohl die Türkei! Türkei hat 2mio Flüchtlinge aufgenommen, nicht USA! USA bombardiert nur und rettet kein Menschenleben! Die Türkei hat ein richtiges Problem! Was können wir anders Tun, als die armen Leute aufzunehmen. Sollen wir sie alle sterben lassen.
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    2. Antwort von D. Schmidel, St. Gallen
      @Beat, Nein ich meine die USA, Die Türkei finanziert diese Flüchtlingslager nicht. Diese Lager werden international finanziert und betreut. Die Türkei kämpft nicht gegen den IS. Die Peschmerga und die USA machen dies alleine.
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    3. Antwort von Beat Brüggee, Altendorf
      Aha! Und wer versorgt die 2Mio Flüchtlinge? Denken sie ernsthaft diese 2Mio Flüchtlinge leben dort in diesem Camps? Was ist mit denjenigen im inneren der Türkei? Die Türkei ist arm daran und hat ein Grosses Problem! Die ganze Welt schaut zu und niemand möchte sie aufnehmen und lässt die Türken im Stich! Es sind ja Moslems, und man fürchtet leider und verbindet traurigerweise alle mit Terroristen! Traurig, das die Religionen noch so eine Rolle in unser aufgeklärten Gesellschaft spielen!
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    4. Antwort von P. Studer, Zug
      dann melden Sie sich doch als Freiwilliger! Heldentum und Ruhm, Sie kämpfen ja sicher für die richtige Sache! Wissen Sie was? Leute wie Sie, die nach Kämpfen und Einsatz von Soldaten schreien, aber selber zu feige zum Kämpfen und Töten sind, schicken junge Männer in den Tod! Für was? Für die grooosse Bedrohung des Westens durch den Islam, von der Ihnen unsere Propaganda erzählt! Wirkt gut, nicht? Sie haben bestimmt schon Angst vor den bösen Islamisten...
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Die Dschihadisten wollen gegen den Westen/USA kämpfen, unterstützen dabei aber unbewusst das kapitalistische System des Westens. Denn den Grossteil ihrer Waffen stellt der militärisch-industrielle Komplex des Westens her und verdient dabei horrende Summen. Auch die Angegriffenen müssen sich durch Waffen schützen. Die vielen tausend Toten Zivilisten sind nur ein weiteres Argument für die Aufrüstung der "Opfer". Noch eine vom Westen ausgebildete/unterstützte Partei fördert nur noch mehr Hass.
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    1. Antwort von Hans Balmer, Zürich
      Wieso schreiben Sie in jedem Formum immer wieder das Gleiche? Ich glaube so langsam jeder hat ihre Meinung zur Kenntnis genommen! Wenn Ihnen das kapitalistische System so zu wider ist, ist es aber schon saukomisch, dass Sie jederzeit up-to-date sind, überal ihre Kommentare posten und das mit "ooh mein Gott .... schreck lass nach", westlichen oder noch besser im kapitalistischen System erzeugten Gegenständen wie IPhone, IPad, PC, ... Irgenwas stimmt da gewaltig nicht in ihrem Verhalten und Reden.
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    2. Antwort von D. Schmidel, St. Gallen
      @Hans Balmer, Bravo Hans Balmer! Ich denke auch so. Das Verhalten kann man bei Putin abschauen - Er fährt Harley Davidson.
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    3. Antwort von Hans Balmer, Zürich
      @D. Schmid: Danke, da bin ich aber froh, dass ich nicht der Einzige bin. Es ist immer das selbe mit solchen Leuten. Solche wollen anderen ein schlechtes Gewissen wegen weiss Gott was einreden, dabei ist das Verhalten solcher Leute noch beschämender. Ich pers. bin dafür, dass man offen zu siener Meinung stehen kann, diese im Anstand vertritt und dadurch halt riskiert bei Gewissen anzuecken, dafür heuchelt man nicht irgendwelchen Mist vor, so wie gewisse Politiker dieses Verhalten auch pflegen.
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    4. Antwort von C. Szabo, Thal
      @H. Balmer: Freut mich, das die Kommentare Beachtung finden. Mir ist klar, dass ich ein Teil des westl. Systems mit seinen Vorteilen bin. Mein Hobby Filmen ist mein Konsumlaster. Dafür brauche ich einen PC (6 Jahre alt). Habe weder ein iPhone noch sonst was von Apple.Bin auch in keinem social media. Habe momentan Zeit, weil ich mich von einer Krankheit erhole, Entschuldigung. Was mich an westlicher Politik anwidert, ist ihre Scheinheiligkeit und die vielen Mitläufer mit "brauner Zunge".
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