Uni-Angestellte unter Verdacht Türkische Behörden haben 72 Uni-Mitarbeiter im Visier

Ein Polizist steht vor einer Türkei-Flagge, dahinter der Schatten eines Armes. (reuters)

Bildlegende: Wer in der Türkei über die App Bylock kommuniziert, könnte schon bald im Verdacht stehen, der Türkei schaden zu wollen. Reuters

  • Die türkische Staatsanwaltschaft hat gegen 72 Universitätsmitarbeiter die Festnahme angeordnet.
  • 42 Mitarbeiter von den Istanbuler Universitäten Bogazici und Medeniyet sind bereits festgenommen worden.
  • Alleine an der Medeniyet Universität sollen unter anderem 19 Professoren der medizinischen Fakultät festgenommen worden sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Uni-Mitarbeitern vor, dem islamischen Prediger Fetuhllah Gülen nahezustehen. Sie alle sollen die Messenger-App Bylock benutzt haben – und so unter anderem über die Vorbereitung des Putschversuchs am 15. Juli 2016 kommuniziert haben.

Unter den bereits festgenommenen ist auch der regierungskritische Politikwissenschaftler Koray Caliskan. Er lehrt an der Bogazici Universität und schreibt für die linksgerichtete Zeitung «Birgün».

Unter den Festgenommenn ist zudem ein Vertrauter von Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu, dem Anführer des dreiwöchigen «Marsches für Gerechtigkeit». Der Marsch endete am Sonntag in Istanbul.

Zudem soll für 43 aktive oder ehemalige Mitarbeiter des Büros von Premier Binali Yildırim die Festnahme angeordnet worden sein. Ihnen werden ebenfalls Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen.

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Seitdem gehen die Behörden gegen vermeintliche Gülen-Anhänger vor.