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International Türkische Polizei geht mit Tränengas gegen Demonstranten vor

Sperrgitter, Panzerwagen, Wasserwerfer und 40'000 Polizisten: Istanbul versucht, die Demonstrationen zum 1. Mai am Taksim-Platz im Keim zu ersticken – erfolglos. Die Demonstranten lassen sich nicht beirren. Es kommt zu schweren Zusammenstössen.

Die türkische Polizei ist mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Hunderte von Demonstranten vorgegangen. Diese versuchten trotz eines Demonstrationsverbots auf den symbolträchtigen Taksim-Platz zu gelangen.

Die Demonstranten errichteten Barrikaden und warfen mit Pflastersteinen. Nach Angaben der Polizei wurden Sicherheitskräfte mit Molotow-Cocktails und Schleudern angegriffen. Insgesamt wurden bislang 170 Demonstranten verhaftet und 51 Personen verletzt.

Legende: Video Schwere Ausschreitungen in Istanbul am 1. Mai (unkomm.) abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus News-Clip vom 01.05.2014.

Die Behörden haben 1.-Mai-Demonstrationen auf dem Platz im Herzen der Stadt untersagt. Gewerkschaften, linke Gruppen und andere Regierungskritiker riefen dazu auf, trotzdem auf den Taksim zu kommen. Laut Medienberichten sind rund 40'000 Polizisten in Istanbul im Einsatz, knapp die Hälfte von ihnen rund um den Platz.

Taksim-Platz abgeriegelt

Den Taksim-Platz, den angrenzenden Gezi-Park und die Zufahrtsstrassen hat die Polizei mit Absperrgittern abgeriegelt. Die Fussgängerzone Istiklal Caddesi, die vom Taksim abgeht, ist ebenfalls gesperrt.

Auch ausländischen Touristen wird der Zutritt verwehrt. Verzweifelte Urlauber versuchen, zu ihren Hotels oder zu Flughafenbussen zu gelangen, die in der Nähe des Taksim-Platzes abfahren.

Die Behörden haben den Betrieb der Bosporus-Fähren zwischen Asien und Europa, der Metro, der Strassenbahn und der Nahverkehrsbusse eingeschränkt. Damit soll es für Demonstranten schwieriger werden, in die Nähe des Taksim-Platzes zu gelangen.

Regierung im Fokus der Kritik

Im vergangenen Jahr war es dort bei der Demonstration zu gewaltsamen Zusammenstösse gekommen. Im Sommer war der Platz zudem Schauplatz von Protesten gegen die geplante Zerstörung des Gezi-Parks.

Angesichts des brutalen Vorgehens der Polizei und der unnachgiebigen Haltung der islamisch-konservativen Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan weiteten sich die Proteste zu einer landesweiten Bewegung aus, die sich allgemein gegen die autoritäre Politik der Regierung und ihre Versuche zur Einschränkung der Freiheit richteten.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Engin Atakum, istanbul
    Diktator erdogan laesst mal schnell das eigene volk niederknüppeln und vergasen.an das gas hat sich jeder im strassenzug gewöhnt.nur an die schlagstöcke und wasserwerfer kann man sich irgendwie nicht gewöhnen.gestern mussten wir uns ja unfreiwillig mit der terror-polizei prügeln weil die ins kaffee reinstürmten und ohne grund anfingen jeden zu verknüppeln ,wie tollwütige hund.klar das ich nach 2 knüppeln wütend wurd und einen bullen geschnappt und auf den boden geworfen und zusammengetreten hab.
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  • Kommentar von Markus Schneider, Dübendorf
    Wenn es in der Schweiz ein "Demonstrationsverbot" gegeben hätte, wären alle entsetzt wie sich die Demonstranten auch nur einfallen lassen können, ihre Meinung zu äussern und auch noch gegen die Polizei vorzugehen, die sie an dem hindern wollen.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Quelle surprise: Sultan Erdogan lässt mal wieder auf seine widerspenstigen Untertanen einprügeln.
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