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International Türkische Regierung will Militär einsetzen

In der Türkei droht die Regierung den Demonstranten mit dem Militär. In der Nacht zuvor hat sich die Lage wieder zugespitzt. Erstmals gingen Anhänger von Premier Erdogan auf Demonstranten los. Korrespondent Werner van Gent schildert einschüchternde Erlebnisse in der türkischen Metropole.

In Istanbul kam es in der Nacht erstmals zu Zusammenstössen zwischen Gegnern und Anhängern von Premier Recep Tayyip Erdogan. Werner van Gent, der für SRF aus Istanbul berichtet, wurde in der Nacht selber Zeuge, wie die Gruppen aufeinander prallten.

«Zunächst waren da einige tausende Demonstranten, die haben sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei geliefert haben. Das ging den ganzen Tag hin und her. Plötzlich sind die Demonstranten wie in wilder Panik weggerannt. Und ich stand plötzlich ziemlich alleine auf einem Platz und sah dann, wie etwa 40 schwer bewaffnete jüngere Männer runter kamen vom Berg», berichtet van Gent bei SRF.

Die Männer seien mit Schlagstöcken und Ketten bewaffnet gewesen. Laut van Gent waren sie unterwegs nach Kasimpasa, der Heimat von Erdogan. «Offenbar wollten sie dieses Viertel schützen, damit nicht auch dort noch die Demonstranten die Plätze besetzen.» Van Gent warnt vor einer weiteren Eskalation: «Das kann sehr gefährlich werden.»

Legende: Video Aufgeheizte Stimmung in der Türkei abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.06.2013.

Regierung droht mit Armee

Die Polizei ging unterdessen weiter gegen Demonstranten vor, die auf den Taksim-Platz gehen wollten. Dabei setzten die Sicherheitskräfte wiederum Wasserwerfer und Tränengas ein. In der Stadt seien am Sonntag weit über 400 Menschen festgenommen worden. Dies sagte ein Vertreter der Istanbuler Anwaltskammer vor Medienvertretern.

Die Regierung hat den Demonstranten im Land unterdessen erstmals mit einem Einsatz der Armee gedroht. Wenn es nötig sei, würden auch die Streitkräfte eingreifen, zitierten türkische Medien den Vizeregierungschef Bülent Arinc.

«Die Polizei ist da. Wenn das nicht reicht, die Gendarmerie. Wenn das nicht reicht, die türkischen Streitkräfte», sagte Arinc demnach. Die Demonstrationen seien illegal und würden von nun an verhindert. Die Regierung werde alles Nötige unternehmen, um das Gesetz durchzusetzen.

Fünf Gewerkschaftsverbände riefen aus Protest zu landesweiten Streiks und Demonstrationen auf. Innenminister Muammer Güler drohte Angestellten der öffentlichen Hand mit Konsequenzen: «Diese Demonstrationen dieser fünf Gewerkschaften sind nicht legal. Wie können wir diese Demonstrationen erlauben?», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu den Minister.

Güler kündigte zudem an, wer Meinungsmache betreibe und zu Demonstrationen über Twitter und Facebook aufrufe, werde verfolgt. In den vergangenen Wochen hatte es bereits mehrere Festnahmen gegeben.

Erdogan heizt den Konflikt an

Am Sonntag hat Erdogan zu seinen Anhängern gesprochen. Der türkische Premier bezeichnete die Aktivisten erneut als Terroristen und Provokateure, als Teil einer ausländischen Verschwörung. Van Gent geht nicht davon aus, dass Erdogan die Leute gegeneinander aufhetzen will.

Schliesslich müsse auch er wissen, dass das sehr gefährlich werden kann. Aber: «Erdogan ist der tiefen Überzeugung, dass diese Demonstranten ungezogene Kinder sind, die eine Tracht Prügel brauchen.» Der Premier sei der tiefen Überzeugung, dass es sich bei den Demonstranten nur um eine kleine Gruppe handelt, so van Gent. Und mit diesen muss der Staat fertig werden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Amr ibn al-As, Basel
    Wie brutal religiöser, insbesondere islamischer Fanatismus sein kann, zeigt sich wieder einmal heutzutage in der Türkei. Im Namen Allahs gehen die Anhänger Erdogans auf die Strassen und machen jagt auf alle säkularen Demonstranten. Sie bedienen sich folgenden Koranverses (Sure 9, Vers 5): „Und wenn nun die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf!“ Die Demonstranten gelten dabei als Heiden.
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    1. Antwort von abdul azmir, Basel
      Soweit mir das bekannt ist geht es hier nicht wirklich um Religion. Daher ist dieser Kommentar nicht sehr sinnvoll und auch etwas rassistisch
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  • Kommentar von Amr ibn al-As, Basel
    Die Demonstranten gehen für die Errungenschaften Atatürks auf die Strasse. Sie möchten keine Islamisierung des Staates. Der türkische Staat muss um des inneren Friedens willen unbedingt gegenüber den Bürgern eine religiöse Neutralität wahren. Erdogan gefährdet durch seine islamistische Gesinnung und seine Arroganz diesen Frieden. Fethullah Gülen ist der Drahtzieher und der Regisseur hinter diesem Chaos. Er und Erdogan verabscheuen Atatürks säkulare Republik und wollen es von innen korrumpieren.
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    1. Antwort von e murat, basel
      Es sind Linksextreme Gruppierungen die demonstrieren und alles vandalieren. Atatürk ist den Leuten egal. Seit der Gründung der Republik geland es niemandan die Wirtschaft so in Schwung zu bringen. Neue Strassen wurden gebaut, das Gesundheitswesen wurde revolutionert, für Investoren wurde das Land attraktiv, Schulden an die Weltbank wurden abbezahlt und und und und.
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    2. Antwort von burak altuntas, istanbul
      @e murat : lass mal die schön rederei.ich lebe hier und allein in meinem dorf sind die halfte arbeitslos.hier in istanbul gibt es viel mehr arbeitslose.allein die geschönten zahlen der akpkk kann man ja nicht glauben.und wenn man mit schulden strassen baut sind das nicht unsere strassen dann gehören die jemand anderes.die akpkk lebt auf pump und das wird uns alle teuer zustehen kommen.das wichtigste ist keine schulden zu machen.das die akpkk Atatürk feindlich ist weiss ja jetzt jeder
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  • Kommentar von Amr ibn al-As, Basel
    An alle, die glauben, Erdogan habe der Türkei ein Wirtschaftswunder beschert, hier ein paar Eckdaten: Außenhandelsbilanz USD -105,9 Mrd. (2011), Schuldenstand 2010 301 Mrd. $ und Schuldenstand 2002 (vor Erdogans Machtantritt) 134 Mrd. $. Seit Erdogan an der macht ist, hat sich der türkische Staat um über 150 Mrd. $ zusätzlich verschuldet. Die Schulden des IMF mögen getilgt sein, doch es gibt dafür umso mehr andere Gläubiger. Die Türkei ist tatsächlich hoch verschuldet.
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    1. Antwort von Hami Topal, Basel
      LOL,ständig Ihre Expertisen-Kommentare.Hört Ihnen sonst niemand zu?
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      @Amr ibn al-As/Also auch die Türkei,wie bald eine Mehrheit der Staaten auf diesem Planeten,im Würgegriff der globalen Hochfinanz.Staaten und Demokratien sind offenbar ein"Auslaufmodell".Bald geht es darum,sich zu dieser oder jener"Société Anonyme"zu bekennen,oder sich bei ihr immatrikullieren zu lassen.Gefragt sein werden:eigenständiges Denken/Ideen ausschalten,absoluter Gehorsam,Verantwortung abgeben/delegieren;den zugeteilten"Raum"nicht überschreiten,schlafen.
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