Türkischer Europa-Minister greift EU frontal an

Der Europa-Minister der Türkei, Ömer Çelik, schliesst eine baldige Einhaltung des EU-Flüchtlingsdeal kategorisch aus. «Die EU-Länder halten sich nicht an die Abmachungen», sagt er im Interview mit der «Rundschau».

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Interview mit Ömer Çelik, Europa-Minister der Türkei

10 min, aus Rundschau vom 24.8.2016

Klare Worte aus der Türkei: «Die EU-Länder halten sich nicht an die Abmachtungen», sagt Ömer Çelik in einem Interview mit der «Rundschau». Die Konsequenz: Der Europa-Minister der Türkei schliesst eine baldige Einhaltung des Flüchtlingsabkommens mit der EU kategorisch aus.

Türkei pocht auf Visumsfreiheit

Diese hätten bis jetzt «erst ein Prozent der versprochenen Anzahl von Syrern aufgenommen». Die Türkei dagegen beherberge bis zu drei Millionen Flüchtlinge. «Weder wurde das Versprechen über die Aufnahme der Flüchtlinge eingehalten noch jenes über die finanzielle Hilfe an die Türkei», sagt Çelik.

«Daher werden wir das Rückführungsabkommen ganz klar nicht anwenden. Wenn es keine Visumsfreiheit gibt, werden wir in keiner Sache vorwärts machen.» Statt der Türkei zu danken, werde sie «quasi auf die Anklagebank gesetzt». In Europa schreite eine «Anti-Türkei-Kampagne» voran.