Tunesischer Innenminister soll Premier werden

Der bisherige tunesische Innenminister Ali Larayedh soll neuer Ministerpräsident des nordafrikanischen Staates werden. Der Chef der islamistischen Ennahda-Partei, Rached Ghannouchi, erklärte dies auf Facebook. Dem 58Jährigen wird nachgesagt, dass er ein Hardliner ist.

Porträt Ghannouchi

Bildlegende: Parteichef Rached Ghannouchi präsentiert eine Lösung aus der Krise Tunesiens. Keystone

Die tunesische Ennahda-Partei hat Innenminister Ali Larayedh als zukünftigen Regierungschef aufgestellt. Parteichef Rached Ghannouchi werde den Vorschlag im Laufe des Tages Präsident Moncef Marzouki unterbreiten, teilte die Ennahda in Tunis mit. Vorerst solle Staatspräsident Moncef Marzouki bei einem Treffen mit Parteichef Rachid Ghannouchi Freitag informiert werden, sagte Parteivize Abdefattah Mourou.

Der bisherige Regierungschef Hamadi Jebali war Anfang der Woche zurückgetreten, weil er mit seinem Vorschlag einer Expertenregierung scheiterte. Gegen eine solche Regierung hatte sich vor allem Jebalis eigene Partei Ennahda gewehrt.

Jebali hatte mit dem Plan auf die Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd reagiert, nach der es Massenproteste von Regierungsgegnern gegeben hatte. Die Ennahda führt die Übergangsregierung seit ihrem Wahlsieg 2011. Beteiligt ist neben der CPR um Marzouki auch die sozialdemokratische Ettakatol.

Der 58Jährige Larayedh gilt als Hardliner und lehnt jegliche Beteiligung von Parteien in der Politik ab, die unter der Herrschaft des gestürzten Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali eine Rolle spielten. Larayedh sass unter Ben Ali 15 Jahre im Gefängnis.