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Kampf gegen die HDP U-Haft gegen Vize-Chefin der türkischen Oppositionspartei

Die Staatsanwaltschaft wirft Ayse Tugluk vor, sie habe eine terroristische Organisation geleitet. Die HDP ist empört.

  • Ein Gericht in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir hat Untersuchungshaft gegen die Vizechefin der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP angeordnet.
  • Aysel Tugluk wird «Leitung einer terroristischen Organisation» vorgeworfen.
  • Sie war vor zwei Tagen festgenommen worden.

Wegen des Vorwurfs, eine terroristischen Organisation zu leiten, hat das Gericht einen Haftbefehl gegen Tugluk erlassen. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die HDP bestätigte, dass die Menschenrechtlerin in Untersuchungshaft genommen wurde.

Die Vizechefin der HDP ist zugleich Anwältin der Parteivorsitzenden Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag sowie von zehn weiteren HDP-Abgeordneten, die seit vergangenem Monat unter Terrorverdacht in Untersuchungshaft sitzen.

Anti-Terror-Einheit ausgerückt

Eine Anti-Terror-Einheit der Polizei hatte Tugluk am Montag in ihrer Wohnung in Ankara festgenommen und anschliessend in die Kurdenmetropole Diyarbakir gebracht. Die HDP hatte die Festnahme als unrechtmässig kritisiert.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan geht seit dem Putschversuch im Juli verstärkt gegen die HDP vor. Er hält die Partei für den verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Gegen die meisten der 59 HDP-Abgeordneten ermittelt die Staatsanwaltschaft mittlerweile wegen Terrorverdachts.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Der gestresste Herr Erdogan. Seine Tage sind wirklich sehr lang und randvoll mit Terminen. Neben den vier flammenden Reden täglich muss er sich auch noch darum kümmern, dass die Botschafter europäischer Länder regelmässig wegen Kleinkram einbestellt werden. Bleibt da für R. Erdogan denn noch Zeit um sich um andere Dinge wie z. B. die miserable Wirtschaftslage oder den absaufenden Tourismus zu kümmern?
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  • Kommentar von Kurt Wirz (kw)
    Solange der Westen der Türkei modernste Waffen liefert, die Weltpolitik mit Erdogan zusammenarbeitet und dieser seine Alleinherrschaft weiter festigt, wird sich nichts ändern. Vielleicht regen sich ein paar EU-Politiker auf, wenn die Türkei demnächst in Griechenland einmarschiert. Die EU hat definitiv kein Konzept, sollte sich aber dringend auf sehr viele Flüchtlinge (auch aus der Türkei) einstellen. Frohes Neues Jahr allerseits.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht. Leider kann das lange dauern und viel Leid verursachen.
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