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International Über 100 Verletzte bei Ausschreitungen in Hamburg

Bei einer Demonstration in Hamburg ist es zu schweren Zusammenstössen zwischen der Polizei und Randalierern gekommen. Hintergrund ist die Schliessung eines Kulturzentrums. Mit Wasserwerfern versuchten die Polizisten, die Demonstration aufzulösen. Dabei wurden 117 Beamte verletzt.

Steine und Flaschen gegen Polizisten, Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen Demonstranten: Bei einer Kundgebung für den Erhalt des linken Kulturzentrums «Rote Flora» kam es in Hamburg zu den schwersten Krawallen seit Jahren.

Legende: Video «Demonstrationen in Hamburg» abspielen. Laufzeit 0:21 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.12.2013.

Insgesamt wurden laut Polizeiangaben während der Ausschreitungen 117 Polizisten verletzt, 16 von ihnen hätten im Spital behandelt werden müssen. Es seien zudem 19 Menschen unter dem Verdacht des Landfriedensbruchs festgenommen worden. Ob es auf Seiten der Demonstranten Verletzte gab, war Polizei und Feuerwehr nicht bekannt.

2000 Polizisten im Einsatz

Nach Einschätzung der Polizei waren unter den 7300 Demonstranten rund 4700 aus dem linksextremistischen Spektrum – viele davon gewaltbereit. Die Polizei hatte mit Ausschreitungen gerechnet und war mit einem Grossaufgebot von mehr als 3100 Einsatzkräften aus mehreren Bundesländern im vor Ort.

Die Situation eskalierte schon kurz nach Beginn der Demonstration am Samstagnachmittag, als in unmittelbarer Nähe des besetzten Kulturzentrums Randalierer aus dem sogenannten Schwarzen Block Einsatzkräfte attackierten. Diese stoppten daraufhin den Demonstrationszug und setzten Wasserwerfer ein. Auch von einer Brücke seien Uniformierte mit Gegenständen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin.

«Katz-und-Maus»-Spiel

Wegen der Krawalle löste die Polizei die Demonstration kurzfristig auf. «Es hat von Anfang an eine aggressive Grundstimmung geherrscht, wir sind massiv angegriffen worden», begründete Polizeisprecher Mirko Streiber den Schritt. «Das ist derart gewalttätig gewesen, das haben wir so lange nicht erlebt.» Ein Drogeriemarkt, in dem sich Kunden befunden hätten, sei mit Steinen attackiert worden, die Scheiben von Sparkassen seien eingeschlagen und Müllcontainer in Brand gesetzt worden.

Nach der Auflösung der Demonstration zogen die Randalierer in Gruppen in Richtung Reeperbahn weiter und lieferten sich ein «Katz-und-Maus»-Spiel mit der Polizei. Auch dort kam es zu Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzte. Am Abend wurde die Reeperbahn gesperrt. Unter anderem wurden bei einem SPD-Büro die Scheiben zerbrochen, ein Polizeiauto wurde mit Steinen beworfen und ein anderes angezündet.

Auch Fernverkehr betroffen

Durch die Krawalle war auch der Nah- und Fernverkehr in Hamburg beeinträchtigt. Weil Demonstranten im Bereich des Schanzenviertels immer wieder auf die Gleise liefen, wurde eine S-Bahn-Strecke teilweise gesperrt. Fernzüge aus Hannover, Berlin, Bremen und Rostock endeten im Hamburger Hauptbahnhof und konnten nicht nach Altona weiterfahren. Fernzüge aus dem Norden wurden umgeleitet und endeten dafür in Harburg, erklärte die Bahn.

Legende: Video «Massive Ausschreitungen in Hamburg» abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 21.12.2013.

Der Protest richtete sich gegen eine Räumung des seit mehr als 20 Jahren besetzten Kulturzentrums «Rote Flora», wie sie der Eigentümer Klausmartin Kretschmer angedroht hat. Ausserdem ging es um das Bleiberecht für Flüchtlinge und die «Esso-Häuser» an der Reeperbahn. Die Häuser waren in der Nacht zum Sonntag wegen Einsturzgefahr evakuiert worden. Alle Bürgerschaftsfraktionen hatten in den vergangenen Tagen parteiübergreifend zu einem friedlichen Protest aufgerufen.

Tweets zu den Demonstrationen in Hamburg

20 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen - überall Tausende von gesetzlosen linken Chaoten - Schwarzer Block, rote SA, 'Anti'fa, etc. - unterstützt von ver.di, Die Linke und sogar Teilen der SPD, die randalieren, terrorisieren sich mit der Polizei bürgerkriegsähnliche Gefechte liefern, aber Hauptsache der 'Kampf gegen Rächtz' wird weiter verstärkt. Armes Deutschland.
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    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      Sie lassen wohl keine Gelegenheit aus gegen die Linken zu hetzen, auch wenn Sie das wie vorliegend im Fall Hamburg im besonderen und Deutschland im Allgemeinen gar nix abgeht.
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Küng - gesprochen wie ein richtiger Linker! Es kann Ihnen doch lang wie breit sein, ob ich zu Geschehnissen in einem anderen Land in diesem Forum eine Meinung habe oder nicht. MYOB.
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    3. Antwort von B. Küng, Seeland
      Sie zählen offenbar alle links positionierten Personen zu den linksextremen Chaoten, die ich genauso wie Sie verurteile, weil sie immer friedliche Demonstrationen missbrauchen um Rabatz zu machen, auch hier in der Schweiz, z.B. am 1. Mai in Zürich. Da kann man ja umgekehrt auch alle SVP-Anhänger zu den Rechtsextremen zählen, oder nicht?
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    4. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Küng - hier wurde niemand missbraucht. Diese Demo war schon lange geplant und es sind aus ganz D'land Linksextermisten nach Hamburg gekommen mit dem spezifischen Ziel, sich mit der Polizei anzulegen und zu randalieren. Hamburg ist ein rote Stadt und notorisch dafür, solches linkes Schlägerpack und Chaoten zu dulden und mit Samthandschuhen anzufassen. Selbiges kennt man aus Berlin. Bei der SVP ist niemand rechtsextrem (oder er/sie fliegt) - sie scheinen da etwas mit der PNOS zu verwechseln.
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    5. Antwort von M. Haener, Büsserach
      @Björn Christen: ''Ruhig Brauner, ruhig.''
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    6. Antwort von B. Küng, Seeland
      Sie leben ja nicht in Hamburg oder Berlin, was regen Sie sich also auf? Übrigens, warum ist z.B. Freysinger immer noch Mitglied der SVP?
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    7. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Küng - ich frage mich, was an Freysinger 'rechtsextrem' sein soll und seinen Rausschmuss aus der SVP rechtfertigen würde? - Dass er sich gegen die Islamisierung Europas ausspricht und den Mut hat, die totalitäre Politideologie Islam (deren Anführer Mohammed Amin al-Husseini im 2. Weltkrieg eng mit den Nazis verbündet war und von Hitler Unterschlupf bekam) offen als solche zu bezeichnen? Dass er bei sich zu Hause eine Flagge an der Decke hängen hat, die auf das 19. Jahrhundert zurückgeht?
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "117 Polizisten verletzt worden, 16 von ihnen hätten im Spital behandelt werden müssen" Die Gewalttäter in D scheinen jenen bildungsfernen Chaoten der Berner Reitschule in Nichts nachzustehen... oder umgekehrt!
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    1. Antwort von Markus Meier, Poland
      Das muss man alles sehr genau lesen - eine Verletzung eines Polizisten kann zum Beispiel auch ein verstauchtes Handgelenk sein, dass er sich beim auf-eine-alte-Oma-mit-dem-Schlagstock-Draufhauen zugezogen hat.
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  • Kommentar von G.Riedo, Bern
    Schon ganz interessant wie man über Demonstrationen berichten kann. Wenn Polizei gegen unbewilligte gewaltbereite Demonstranten in Russland oder der Ukraine vorgeht schreit Europa auf, wenn man aber in einem EU Land gegen unliebsame Demonstranten härtest vorgegangen wird, dann ist das legitim. Denken wir nur an die Occupyproteste welche mit Gewalt beendet wurden, da von den Kapitalmächten nicht erwünscht. Man kann es drehen wie man es will, demokratische Rechte sind sehr dehnbar auszulegen.
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