Über 650 Vermisste nach Überschwemmungen in Colorado

Mindestens acht Menschen sind nach neusten Angaben wegen der Wassermassen ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten droht weiter zu steigen – denn die Polizei sucht noch nach hunderten Einwohnern.

Ein Mann fotografiert ein Auto, dass durch die Wassermassen mitgezogen wurde.

Bildlegende: Die Wassermassen rissen alles mit. Reuters

Nach heftigen Regenfällen sind weite Teile des US-Bundesstaates Colorado überflutet worden. Laut der Katastrophenschutzbehörde von Colorado starben dabei mindestens acht Menschen.

Etwa 650 Personen werden vermisst. Viele davon seien womöglich wegen der zerstörten Infrastruktur einfach nur nicht in der Lage, ein Lebenszeichen zu geben.

Die Zahl könne sich laufend reduzieren, weil die Rettungskräfte in immer mehr Flutgebiete vordringen könnten. Dennoch müsse auch mit einem Anstieg der Opferzahl gerechnet werden, sagte Colorados Gouverneur John Hickenlooper.

Helikopter fliegen wieder

Am Sonntag hatte wegen heftiger Regenfälle kein Helikopter zur Suche nach Vermissten aufbrechen können. Am Montag waren 21 Maschinen im Einsatz.

Hunderte örtliche Helfer wurden durch fünf Einsatzteams der nationalen Katastrophenschutzbehörde FEMA unterstützt. Unter anderem wurden Fertigmahlzeiten aus der Luft abgeworfen. US-Präsident Barack Obama erliess eine Notstandverordnung und sagte Bundeshilfen zu.

In Colorado war seit Mittwochabend so viel Regen gefallen wie normalerweise in mehreren Monaten. In 15 Bezirken verursachten die Unwetter Überschwemmungen. Viele Ortschaften, vor allem in bergigen Regionen, sind seither von der Aussenwelt abgeschnitten und zudem ohne Strom. Doch Wetterbesserung ist in Sicht: Meteorologen rechnen mit trockenerem Wetter.

Die Wassermassen zerstörten nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 1500 Wohnhäuser und beschädigten 18'000 weitere. 11'700 Personen mussten ihre Häuser verlassen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Colorado versinkt in den Fluten

    Aus Tagesschau vom 15.9.2013

    Nach den flutartigen Überschwemmungen im US-Bundesstaat Colorado sind zwei weitere Todesopfer geborgen worden. Präsident Barack Obama hat den Notstand ausgerufen.