Über hundert Tote bei Gefechten mit Boko Haram

Bei Gefechten zwischen Soldaten aus dem Tschad und Milizen der Boko Haram in Kamerun wurden über 120 Extremisten und drei Soldaten getötet. Die Afrikanische Union will die Terrorgruppe mit 7500 Soldaten bekämpfen. Die UNO begrüsst die Entsendung einer Schutztruppe.

Soldaten aus dem Tschad bei einem Einsatz der Afrikanischen Union.

Bildlegende: Soldaten aus dem Tschad bei einem Einsatz der Afrikanischen Union. Reuters

Bei schweren Kämpfen zwischen der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram und Truppen aus dem Tschad sind in Kamerun mindestens 123 Extremisten und drei Soldaten ums Leben gekommen. Dies berichtete der französische Sender RFI unter Berufung auf die tschadische Armee.

Demnach hatte die Boko Haram am Donnerstag und Freitag zwei Mal den Ort Fotokol im Norden des Landes attackiert, wo seit Mitte Januar Streitkräfte aus dem Tschad stationiert sind. Sie sollen Kameruns Armee im Kampf gegen die Boko Haram unterstützen.

Drei Länder kämpfen gegen Boko Haram

Den Soldaten sei es aber jeweils gelungen, die Islamisten zurückzudrängen, hiess es. Fotokol liegt an der Grenze zu Nigeria und ist nur durch eine Brücke von dem Ort Gambaru in dem Nachbarland getrennt.

Gambaru wird derzeit von der Boko Haram kontrolliert, die in der Region einen Gottesstaat aufbauen will und seit 2009 bereits Tausende Menschen bei Angriffen und Anschlägen getötet hat. Seit Monaten fällt die Gruppe auch immer wieder in Kamerun ein.

Wann kommt die afrikanische Schutztruppe?

Nach RFI-Angaben fliegt der Tschad auch Luftangriffe auf Stellungen der Boko Haram in Nigeria. Das Land hatte vor wenigen Wochen Soldaten und Waffen nach Kamerun entsandt, um das Land im Kampf gegen die Extremisten zu unterstützen. Die Afrikanische Union will zudem eine multinationale Truppe entsenden. Sie soll 7500 Soldaten umfassen.

UNO unterstützt Schutztruppe

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüsst die Pläne der Afrikanischen Union zur Bekämpfung der Terror-Gruppe Boko Haram. Alle Bemühungen müssten darauf abzielen, die Menschen im Norden Nigerias und in den Nachbarländern vor Gewalt zu schützen, sagte Ban am Gipfel-Treffen der Afrikanischen Union in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba.