Überarbeiteter Bankpraktikant: Epileptischer Anfall führt zum Tod

Ein 21-jähriger deutscher Bankpraktikant starb nachdem er drei Tage lang bei Merrill Lynch in London durchgearbeitet hatte. Ein Gericht in London sucht nun die Wahrheit hinter dem Fall.

Eine Frau eilt am Logo der Bank Merrill Lynch London vorbei.

Bildlegende: Merrill Lynch in London: Hier soll der Praktikant drei Tage durchgearbeitet haben, bevor er starb. Reuters

Er galt als brillanter Jungbanker, jetzt ist er tot. Der 21-Jährige starb am Morgen des 15. Augusts in London – nach einem epileptischen Anfall und einer 72-Stundenschicht bei der US-Bank Merrill Lynch in London.

Laut Gerichtsmedizin war der epileptische Anfall die Ursache für seinen Tod. Extreme Müdigkeit könne diesen noch gesteigert haben, sagte der Gerichtsmediziner vor Gericht. Aber: «Es mag einen zusätzlichen Auslöser gegeben haben oder auch nicht.»

Eltern und Mitstudenten bestätigen Überstunden

Vor dem Gericht sagten auch die Eltern des Praktikanten aus. Der Sohn habe oft früh Morgens E-Mails nach Hause geschrieben. Der Student hatte nach Angaben von Mit-Praktikanten so viele Überstunden geleistet, weil er sich für eine feste Stelle bei der Bank beweisen wollte. Sein Mentor bestätigte diese Angaben. Er räumte zudem ein, die Arbeitszeiten würden bei der Bank nicht überwacht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • London: Tod eines Investmentbankers wird untersucht

    Aus Tagesschau vom 23.11.2013

    In der Finanzmetropole London wird der Tod eines jungen Mannes untersucht, der ein Praktikum bei einer Investmentbank absolviert hatte. Vor drei Monaten war er tot in seiner Dusche aufgefunden worden. Die gerichtliche Untersuchung soll klären, ob daran eventuell die harten Arbeitsbedingungen der Bank mitschuldig waren.