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Überraschende Ankündigung Libanons Premier tritt ab – wegen Iran und Hisbollah

Legende: Video Libanesischer Ministerpräsident Hariri tritt zurück abspielen. Laufzeit 01:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.11.2017.
  • Der 47-jährige libanesische Regierungschef Saad Hariri hat im saudi-arabischen Riad in einer Fernsehansprache überraschend seinen Rücktritt verkündet.
  • Er habe Angst, umgebracht zu werden wie sein Vater Rafik Hariri. Dieser war 2005 bei einem Bombenanschlag auf sein Auto getötet worden.
  • Saad Hariri war seit Dezember 2016 libanesischer Regierungschef.
  • Der Iran weist die Vorwürfe einer Einmischung vehement zurück.

Dem Iran und der schiitischen Hisbollah-Miliz warf er vor, das Land unter ihre Kontrolle bringen zu wollen. Das libanesische Parlament ist tief gespalten zwischen dem von den USA und dem sunnitischen Saudi-Arabien unterstützten Lager um Hariri und einem von der Hisbollah angeführten Block, der vom Iran und Syrien unterstützt wird. Die politischen Gräben haben sich durch den Konflikt im Nachbarland Syrien weiter vertieft.

Saad Hariri will nach Angaben aus seinem Umfeld vorerst nicht in sein Heimatland Libanon zurückkehren. «Die Sicherheitslage ist einer der Hauptgründe, die den Premier bis auf Weiteres vom Libanon fernhalten werden», sagte eine Hariri nahe stehende Quelle der Nachrichtenagentur dpa.

Hariri werde nun erst einmal in andere arabische Länder reisen, um dort die Situation im Libanon zu besprechen, hiess es weiter.

Mord an Rafik Hariri erschütterte das Land

Legende: Video Aus dem Archiv: Details des Hariri-Mordes enthüllt abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.08.2011.

Saad Hariris Vater Rafik und 22 weitere Menschen waren im Februar 2005 bei einem Bombenanschlag auf den Konvoi des früheren Regierungschefs in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet worden. Der Mord erschütterte und destabilisierte das Land.

Die Opposition machte Syrien für den Anschlag verantwortlich. Nach wochenlangen Massenkundgebungen war die syrische Regierung gezwungen, ihre Truppen nach Jahrzehnten aus dem Libanon abzuziehen.

Kritik aus dem Iran

Der Iran hat die Vorwürfe von Ministerpräsidenten Saad Hariri gegen den Iran vehement zurückgewiesen. Solche Unterstellungen führten nur zu weiteren Spannungen, sagte der Sprecher des Aussenministeriums.

Der Iran habe sich nie in die inneren Angelegenheiten Libanons eingemischt, sagte der Sprecher weiter. Teheran habe sich stets für Frieden und Stabilität im Libanon eingesetzt, immer dessen Unabhängigkeit respektiert und sei weiterhin an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Beirut interessiert.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Ein gute Nachricht für Libanon. Mord an Hariri würde nie aufgeklärt und nach Abzug syrische Truppen hat westliche Länder Lust an eine Untersuchung verloren. Seit dem war Libanon ein gute Vasale von USA und Saudis. Hariri hat Islamisten in Syrien unterstüzt. Mit Abgang diese Marionette, bekommt Libanon endlich eine Regierung welche Interesse ihres Landes vertritt.
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    1. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      Hariri Junior ist Doppelbürger von Libanon und Saud Arabien. Seine Geschäfte hat er in Saud Arabien. Mit annahme Hisbolah in Koalition hat er Saudis sehr verärgert.
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    2. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @Drago: So ein Schwachsinnn den sie hier erzählen. Der Libanon ist schon lange defacto ein besetzter Staat, der vom Iran fast komplet gesteuert wird. Ich weiss nicht wie man diese Fakten ausblenden kann. Der Libanon wird als freier Staat, indem Christen und Muslime nebeneinanderleben können vollständig verschwinden und der Iran wird ihn missbrauchen um gegen Israel und den Westen vorgehen zu können.
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    3. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      Herr Jenni, ist Hariri Doppelbürger? Sogar in Deutschen Medien kann man lesen, dass er unter Einfluss Saudis steckt. Ja, ich bin für ein starke multiethnische Libanon welche auch starke Arme und PVO Systeme hat. Nicht das täglich Nachbarn über Ihre Luftraum fliegen um andere Länder zu bombardieren. Hissbolah hat mehrmals gezeigt, dass sie christliche Dörfer wie in Syrien so auch in Libanon beschützen kann.
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    4. Antwort von Rolf Künzi (Unbestimmt)
      Wie immer verstehen wir nur einen kleinen Teil der Ereignisse. Ich hoffe nur de Libanon wird nicht zwischen den Interessen aufgerieben. Das Pulverfass mittlerer Osten kommt und komm nicht zur Ruhe.
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    5. Antwort von Jeanôt Cohen (Jeanot)
      Und dann schreibt dieser Drago auch noch das der Terror Verein die christliche Dörfer schützt! Das zeigt mir das sie offensichtlich keine Ahnung habe von was da geht in die Arabische Region.
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    6. Antwort von Stanic Drago (Putinversteher)
      J.Cohen in Libanon haben christliche Dörfer in Qalamon Region von Regierung verlangt, dass Armee abgezogen wird und Hisbolah in Dörfer kommt. Genau ist auch in Syrien Fall, wo Hisbolah in verschiedene Dörfer positioniert ist wo christliche Mehreheit lebt. Bis jetzt ohne mir bekannte zwischenfälle. In beide Länder haben Dorf Bewohner keine vertrauen in Reguläre Armee welche sich mehrmals plötzlich Grundlos zurückgezogen haben. Genaue Info finden sie auf Internet.
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