Ukraine: Aussitzen oder Verhandeln?

Seit drei Wochen wird in Kiew protestiert. Die Rücktrittsforderungen hat Präsident Viktor Janukowitsch bislang konsequent abgelehnt. Auch einen Kurswechsel in der Europafrage schliesst er aus. Doch nun gibt es Anzeichen für einen möglichen Dialog.

Video «Kiew: Machtkampf dauert an» abspielen

Kiew: Machtkampf dauert an

1:16 min, aus Tagesschau vom 10.12.2013

Während gestern noch die Zeichen in Kiew auf Eskalation standen, macht sich heute Ernüchterung breit. Seit 19 Tagen harren die Demonstranten in der Kälte aus, doch bewegt hat sich bisher kaum etwas.

Die Barrikaden im Regierungsviertel wurden in der Nacht weitgehend entfernt. Die Sicherheitskräfte hatten in den frühen Morgenstunden Regierungsgegner vor dem Sitz des Präsidenten im Zentrum der Hauptstadt vertrieben. Sie setzten Schlagstöcke ein.

Nach Angaben der oppositionellen Freiheitspartei wurden mindestens zehn Demonstranten verletzt. Mehrere von ihnen hätten gebrochene Arme oder Beine, sagte ein Abgeordneter der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der Behörden wurden auch zwei Polizisten verletzt.

Gespräche in Brüssel

Im Bemühen um einen Ausweg aus der dramatischen politischen Krise traf sich Janukowitsch mit seinen Amtsvorgängern Leonid Krawtschuk, Leonid Kutschma und Viktor Juschtschenko. Im Anschluss verurteilte er Aufrufe zur Revolution aus den Reihen der Opposition als «Bedrohung für die nationale Sicherheit».

Dennoch zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab. Janukowitsch kündigte an, eine hohe Delegation werde vermutlich am Mittwoch zu Beratungen mit der EU-Kommission nach Brüssel reisen. Mit welchem genauen Auftrag und Ziel die Delegation nach Brüssel reisen soll, blieb allerdings offen.

Ukrainische Machtprobe – die Akteure