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International Ukraine befürchtet Angriff auf Mariupol

Die ukrainischen Streitkräfte werfen den prorussischen Separatisten vor, ihre Einheiten nahe der Stadt Mariupol zu verstärken. Sie befürchten, dass ein Angriff auf den strategisch wichtigen Ort bevorsteht.

Soldat mit Gewehr im Anschlag
Legende: Auf einen Rebellenangriff vorbereitet: Ukrainischer Kämpfer nahe der Stadt Mariupol. Keystone

Laut Andrej Lisenko, Sprecher der ukrainischen Armee, sind prorussische Separatisten daran, Kämpfer, Waffen und militärische Ausrüstung in die Region Mariupol zu bringen. Rund um die Uhr würden Truppenbewegungen und Sabotageakte beobachtet. Lisenko geht davon aus, dass ein Angriff auf die Hafenstadt geplant ist. Die Armee sei darauf vorbereitet, sagte Lisenko.

Mariupol ist strategisch wichtig. Die Stadt liegt zwischen der russischen Grenze und der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Eine Einnahme durch die Separatisten würde mit grosser Wahrscheinlichkeit den in Minsk ausgehandelten Waffenstillstand endgültig zum Scheitern bringen. Der Westen befürchtet, die Separatisten könnten mit russischer Hilfe eine Landverbindung zur Krim erobern.

Separatisten weisen Vorwürfe zurück

Bereits am Freitag hatte das ukrainische Militär erklärt, russische Panzer und Kämpfer hätten unweit von Nowoasowsk südöstlich von Mariupol die Grenze passiert. Allerdings gab es vor Ort zunächst keine Hinweise auf zusätzliche Panzer und Soldaten aus dem Nachbarland.

Separatisten vor Ort wiesen die Angaben als falsch zurück. Sie hielten sich an dem von Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine ausgehandelten Waffenstillstand und hätten gemäss Abkommen auch die schwere Artillerie aus der Gegend um Mariupol zurückgezogen.

Gefangenenaustausch geplant

Trotz der Vorwürfe aus Kiew haben beide Seiten einen neuen Anlauf für den Austausch von Gefangenen genommen. In der Rebellenhochburg Lugansk sollen jeweils etwa 40 Gefangene an die gegnerische Seite übergeben werden.

«Heute wird es einen Austausch zwischen uns und der ukrainischen Seite geben», sagte die Rebellenvertreterin Daria Morosowa örtlichen Medien zufolge. Mit der Militärführung in Kiew seien bereits Listen mit den Namen der Gefangenen ausgetauscht worden.

Von Donezk aus setzte sich ein Konvoi mit Gefangenen der Separatisten Richtung Lugansk in Bewegung, der von Journalisten begleitet wurde. Die gefangenen ukrainischen Soldaten wirkten erschöpft. Die gegenseitige Freilassung von Gefangenen ist ein Element des in der weissrussischen Hauptstadt Minsk geschlossenen Friedensabkommens für die Ukraine.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Die Hitler'sche 'Heim ins Reich'-Politik von Putin geht unvermindert weiter - das war ja leider abzusehen. Als man Hitler damals das Sudetenland zugestand, wo er ethnische Deutsche "beschützen" musste, gab er ja auch keine Ruhe und besetzte erst die restliche Tschechei und später dann auch die Slowakei. Putin ist sehr leicht durchschaubar (alles was er sagt, ist eine Lüge) - es ist eine Schande, dass man ihm trotzdem nichts entgegensetzt und nicht mal den Mut hat, die Ukraine zu bewaffnen.
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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Der Spruch aus einem älteren Kommentar: die Welt wird am Morgen nicht mehr so sein, wie am Abend wenn wir den Tag beenden. Herr Waeden schrieb das. Jetzt können wir nur hoffen, dass das nicht eintritt.
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    1. Antwort von S.Perner, Sissach
      Bei ihren Kommentaren klingt es immer so als würde die Welt demnächst untergehen. Denke Sie mal etwas positiver, der Mensch ist gut, nicht böse. MFG S.Perner
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    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Ich finde Ihre Voraussagen sehr negativ. Und wenn die Menschen so gut sind, warum stehen wir da jetzt vor diesem Chaos. Die ganzen guten Menschen können nicht einmal miteinander reden. Vorläufig können wir nur hoffen, dass nicht die ganze Ostukraine eingenommen wird, wie Sie voraus sagen.
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    3. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @S. Perner: Ist denn bei Ihnen jeder Morgen gleich & die Welt in der Sie leben auch? Exakt wie der Morgen zuvor & vorgestern? Weil die Menschen eben nicht nur gut sind, kann ein "böser" Mensch schon Ihren nächsten Morgen total verändern. Aber gut, wir Schweizer machen uns täglich dieselben Gedanken über unsere Wirtschaft, unseren Wachstum & unseren Wohlstand. Damit verändern sich unsere Morgen, unsere kleine heile Welt natürlich nicht, während es rund um uns brennt. Ist Realität-Verweigerung!
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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Ein Sturm auf Mariupol wird es nicht geben. Noworussen werden nie riskieren, eine lang dauernende Strassekämpfe welche Infrastruktur zestört, und Leben von Zivilbewölkerung gefährdet. Gleichzeitig,sind nicht in Lage mehrere tausend Soldaten dafür anzuwenden. Tagelange Bombardierung werde Aufschrei in Westen verursachen und neue Sanktionen. Wenn aber Noworussen in früh Sommer noch stärker werden,könnten sie versuchen Mariupol einzukesseln.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      In Debalzewe hatte man da auch keine Skrupel, die zurückgebliebenen Bewohner haben Schreckliches durchgemacht, und ihr Elend ist jetzt unbeschreiblich. Mariupol versperrt den Weg von Russland auf die Krim, es ist auf der "Wunschliste" – wir werden sehen....
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