Ukraine bei Gewaltverzicht zu Gesprächen mit Rebellen bereit

Der neue ukrainische Präsident, Poroschenko, will mit den prorussischen Rebellen in der Ostukraine verhandeln.

Poroschenko verlässt mit seiner Frau Maria und seinem Sohn Mykhailo den Präsidentenpalast in Kiew.

Bildlegende: Poroschenko, hier mit seiner Frau Maria und seinem Sohn Mykhailo, plant eine Reise nach Donezk. Keystone

Der neue Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, würde nach eigenen Worten mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes verhandeln, wenn sie auf Gewalt verzichten. Grundlage der Gespräche müsse sein Friedensplan sein.

«Die Terroristen müssen ihre Waffen niederlegen», erklärte Poroschenko am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Gouverneur der ostukrainischen Region Donezk nach einer Mitteilung des Präsidialamtes. Er schliesse einen Runden Tisch mit verschiedenen Parteien nicht aus.

Poroschenko kündigte zudem an, als neues Staatsoberhaupt zunächst die Region zu besuchen, bevor er Auslandsreisen unternehme. Aus politischen Kreisen in Kiew verlautete, der Besuch werde vorbereitet. Wahrscheinlich werde Poroschenko nach Donezk reisen.

Zivilisten unter den Toten

Die Separatisten lehnen die Regierung in Kiew ab und wollen erreichen, dass Russland Teile der Ostukraine wie bereits die Krim in sein Territorium eingliedert.

Unterdessen gingen die gewalttätigen Auseinandersetzungen weiter, etwa in der von Rebellen kontrollierten Stadt Slawjansk und im benachbarten Semjonowka. Berichte über heftigere Gefechte gab es aber nicht. Nach offiziellen Angaben wurden in der Region seit Beginn der Kämpfe 210 Menschen getötet, darunter 14 Kinder.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ukraine: Petro Poroschenko vereidigt

    Aus Tagesschau vom 7.6.2014

    In der Ukraine hat der Milliardär Petro Poroschenko offiziell sein Amt als Präsident angetreten. In seiner Rede fand er klare Worte: Kompromisse mit Russland wird es keine geben. Und: Die Krim ist und bleibt Teil der Ukraine. Bundespräsident Didier Burkhalter war als OSZE-Präsident an der Vereidigung des neuen ukrainischen Staatschefs in Kiew dabei und hat im Interview mit der Tagesschau Stellung zur Situation in der Ukraine genommen. Einschätzungen von SRF-Korrespondent Christof Franzen in Kiew.