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International Ukraine bei Gewaltverzicht zu Gesprächen mit Rebellen bereit

Der neue ukrainische Präsident, Poroschenko, will mit den prorussischen Rebellen in der Ostukraine verhandeln.

Poroschenko verlässt mit seiner Frau Maria und seinem Sohn Mykhailo den Präsidentenpalast in Kiew.
Legende: Poroschenko, hier mit seiner Frau Maria und seinem Sohn Mykhailo, plant eine Reise nach Donezk. Keystone

Der neue Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, würde nach eigenen Worten mit den prorussischen Rebellen im Osten des Landes verhandeln, wenn sie auf Gewalt verzichten. Grundlage der Gespräche müsse sein Friedensplan sein.

«Die Terroristen müssen ihre Waffen niederlegen», erklärte Poroschenko am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Gouverneur der ostukrainischen Region Donezk nach einer Mitteilung des Präsidialamtes. Er schliesse einen Runden Tisch mit verschiedenen Parteien nicht aus.

Poroschenko kündigte zudem an, als neues Staatsoberhaupt zunächst die Region zu besuchen, bevor er Auslandsreisen unternehme. Aus politischen Kreisen in Kiew verlautete, der Besuch werde vorbereitet. Wahrscheinlich werde Poroschenko nach Donezk reisen.

Zivilisten unter den Toten

Die Separatisten lehnen die Regierung in Kiew ab und wollen erreichen, dass Russland Teile der Ostukraine wie bereits die Krim in sein Territorium eingliedert.

Unterdessen gingen die gewalttätigen Auseinandersetzungen weiter, etwa in der von Rebellen kontrollierten Stadt Slawjansk und im benachbarten Semjonowka. Berichte über heftigere Gefechte gab es aber nicht. Nach offiziellen Angaben wurden in der Region seit Beginn der Kämpfe 210 Menschen getötet, darunter 14 Kinder.

12 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Wenn man sich die Handlungen der Chaotenregierung in Kiew unter westlichem Applaus anschaut, ist die "Ukrainekrise" in Wirklichkeit nichts anderes als das Anzünden der Steppe, verbunden mit der Hoffnung, der Wind werde das Feuer schon nach Russland tragen. Nur kann der Wind auch sekundenschnell drehen.
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  • Kommentar von Felix Buchmann, Bättwil
    Was für ein gutes Angebot! Jetzt müssen die Separatisten Farbe bekennen: Wenn sie lieber weiter schiessen, statt mit der Zentralregierung zu sprechen, verraten sie damit, dass sie nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind, sondern auf höheres Geheiss die Krise weiter am Kochen halten müssen. Wer ein ehrliches Interesse daran hat, dass keine unschuldigen Menschen mehr zu Schaden kommen, sollte jetzt ohne Wenn und Aber Hand zum Dialog bieten!
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Felix Buchmann, die Seperatisten im Osten wurden nie an einen runden Tisch eingeladen um ihre Anliegen vorzubringen. Sie wurden immer aussen vor gelassen. Bis jetzt hat sich die Zentralregierung geweigert einen Dialog zu führen.
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    2. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      @S. Meier: ....aber jetzt wurden sie eingeladen, vom neuen, demokratisch gewählten Präsidenten! Vorher haben beide Seiten den Dialog verweigert, die Separatisten mit dem läppischen Argument, die Zentralregierung sei "faschistisch" und homosexuell". Kiew hat sich bewegt – ist es zu viel verlangt, dass die andere Seite sich auch konstruktiv verhält, zum Wohle der Bevölkerung?
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    3. Antwort von S. Meier, Adliswil
      @Felix Buchmann, von einer Einladung habe ich nichts gelesen. Nur, dass er einen runden Tisch nicht ausschliesst. Die andere Steite hat schon längst um Waffenruhe gebeten. Zum Thema Übergangsregierung empfehle ich ihnen die Rede von Gregor Gysi oder Sarah Wagenknecht, die sie im Bundestag hielten. Im Internet zu finden.
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    4. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      @Meier: Natürlich ist es eine Einladung! Nämlich, mit der sinnlosen Gewalt aufzuhören, und sich stattdessen konstruktiv an der Suche nach einer friedlichen Lösung zu beteiligen. Weiter kann man diesen Leuten nicht entgegenkommen! Irgendwann wird man sich wieder finden und sinnvoll zusammenleben müssen, warum nicht jetzt? Wagenknecht&Gysi: Ich kenne ihre Sprüche, bin aber mehr an Leuten interessiert, welche nicht nur andere anprangern, sondern sich um Lösungen bemühen!
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    5. Antwort von S. Meier, Adliswil
      @ Felix Buchmann, die Linke in Deutschland bringt sehr wohl Lösungsvorschläge.
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    6. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Lösungsvorschläge? Ja, ich weiss, S.Meier! Und die Linke hat sich auch zusammen mit Rechtsextremen (u.a. vom belgischen "Vlaams Belang") als "Beobachter" für Putins Operetten-Referendum auf der Krim einspannen lassen.... Vergessen Sie nicht, worum es hier geht: um ein Gesprächsangebot des demokratisch gewählten ukrainischen Präsidenten sogar an die gewalttätigen Separatisten! Sie sind doch auch für den Frieden, oder? Warum gefällt Ihnen das nicht?
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  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    In der Ostukraine werden weiterhin Menschen getötet, Häuser, Wasser- u Stromversorgungen zerstört. Das scheint unsere Medien gar nicht zu interessieren. Auch werden die noch immer vorhanden Demonstrationen, resp. Aktivitäten u Forderungen (Drohungen) der Rechtsextremisten gegenüber der Regierung verschwiegen. Ja, Poroschenko ist für alle Ukrainer da. Bei den Einen mit Geld, bei den Anderen mit Waffen.
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    1. Antwort von S. Meier, Adliswil
      Ich habe gelesen, dass in Deutschland deswegen bereits Sammelklagen gegen die Massenmedien laufen.
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    2. Antwort von N.Belg, Luzern
      W.Helfer Vielen Dank für guidobrandt.wordpress.com Ein genialer Journalist, vor allem klug und mutig.
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Wie wäre es, wenn auch W. Helfer diesem Angebot eine Chance geben würde? Wenn die Separatisten nicht bereit sind, zu sprechen, statt zu schiessen, verraten sie endgültig, was leider schon lange zu vermuten ist: dass sie nicht an einer gedeihlichen Entwicklung der Ukraine interessiert sind, sondern auf höheres Geheiss die Krise am Kochen halten müssen, unter zynischer Inkaufnahme unschuldiger Opfer!
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