Zum Inhalt springen

International Ukraine beschliesst Mobilmachung der Bevölkerung

Das Parlament in Kiew hat einen entsprechenden Erlass von Präsident Petro Poroschenko bestätigt. Männer im wehrdienstfähigen Alter und Reservisten werden nun zum Militär einberufen. Laut Kiew verstärkt auch Moskau seine Truppen an der russisch-ukrainischen Grenze.

Ukrainische Soldaten auf einem Feld
Legende: Die Teilmobilmachung wird mit der Sicherung der nationalen Unabhängigkeit der Ukraine begründet. Keystone

Die Ukraine hat zur Lösung des blutigen Konflikts im Osten des Landes eine Teilmobilmachung der Bevölkerung beschlossen. Das Parlament in Kiew bestätigte heute einen entsprechenden Erlass des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.

Die Mobilmachung bedeutet die Masseneinberufung von Männern im wehrdienstfähigen Alter sowie von Reservisten. Die Oberste Rada stimmte mit knapper Mehrheit von 232 Stimmen für den umstrittenen Schritt.

Armee mangelhaft ausgerüstet

Die ukrainische Armee steht im Ruf, schlecht ausgestattet zu sein. Mit den zusätzlichen Kräften sowie weiterer Ausrüstung will Poroschenko noch härter gegen
die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine vorgehen.

Poroschenko begründete die Massnahme mit einer Sicherung der nationalen Unabhängigkeit der Ukraine. Die pro-russischen Kräfte in der Ostukraine wollen eine Abspaltung der Gebiete Donezk und Lugansk von Kiew erreichen.

Sammelt Russland seine Truppen?

Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine sprach im Parlament von einer Truppenaufstockung Russlands an der russisch-ukrainischen Grenze. Russland soll rund 41'000 Soldaten in der Region zusammengezogen haben.

In der russischen Hauptstadt Moskau kommt am Nachmittag der nationale Sicherheitsrat unter Führung von Präsident Wladimir Putin zusammen. Dabei geht es vor allem um die Lage in der Ostukraine.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

38 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Martin Lopez, Zürich
    Der wirtschaftlich starke Teil der Ukraine befindet sich im Osten des Landes. Würde dieser Teil wegfallen, wäre die Ukraine über Nacht auf einem noch sehr viel tieferen Niveau als es dies heute schon ist. Das die Ukraine aufgrund des Genozids, welcher unter Stalin verübt worden ist, geschichtlich gesehen ein gespanntes Verhältnis zu Russland hat ist verständlich. Russland ist heute aber wiederum für die Ukraine die einzige Hoffnung. In der EU wird niemand ukrainische Produkte kaufen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Schade, dass in diesem Bericht nicht auch erwähnt wird, dass sich immer mehr Widerstand ukrainischer Soldaten bildet, welche sich darüber beklagen, dass sie nur als Kanonenfutter für die Separatisten dienen & unter Hunger & Durst leiden müssen. Bedeutet also: Die "reiche" Regierung missbraucht diese Soldaten für ihren persönlichen Krieg gegen Russland, leben dabei in Saus & Braus & lässt die Soldaten hungern & darben! Haben das nicht Kriegsherren im Mittelalter auch so gemacht?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Koller, Basel
      Solch ein unglaublicher Unsinn. Wenns nicht so traurig wär müsste ich lachen. In der Schweiz gemütlich auf dem Sofa sitzen und meinen man wisse, was innerhalb der Ukrainischen Armee abgeht. Fast schon grotesk.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      War im selben Beitrag, welcher auch die Schlägerei im Parlament in Kiew, wegen dieser Mobilmachung gezeigt hat. Später wurde dann aber nur noch berichtet, dass die Armee sehr schlecht ausgerüstet wäre, der brisantere Rest wurde wohl Opfer der Zensur. Aber manchmal finden sich eben so "kleine Details" im richtigen Moment, wenn noch nicht all zuviel dem Rotstift zum Opfer gefallen ist. Zudem zähle ich nicht zu den Menschen, welche einfach so aus dem Stegreif heraus etwas behaupten, gell!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Die Menschheit schafft den WK III auch noch :-( Wenn nicht heute, dann Morgen oder Übermorgen. Man darf mich jetzt als Pessimist und Moralapostel unter den teuren (in Kinder Knüpfarbeit gefertigten) Perserteppich im gepflegten Wohnzimmer kehren. Aller guter Dinge sind drei, sagt man und irgendwer auf Erden wird es schaffen. Was danach noch übrigbleibt, lasse ich dahingestellt. Einzig tröstlich, unsere Erde wird sich auch ohne Mensch noch eine Weile weiter drehen. Das ganze All ist vergänglich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Herr Käppeli, leider sind sie in diesem Fall kein Pessimist. Es ist ein sehr realistisches Szenario. Aus meiner Sicht wird ein dritter Weltkrieg aus "sicherer Distanz" sogar angestrebt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen