Ukraine beschliesst Mobilmachung der Bevölkerung

Das Parlament in Kiew hat einen entsprechenden Erlass von Präsident Petro Poroschenko bestätigt. Männer im wehrdienstfähigen Alter und Reservisten werden nun zum Militär einberufen. Laut Kiew verstärkt auch Moskau seine Truppen an der russisch-ukrainischen Grenze.

Ukrainische Soldaten auf einem Feld

Bildlegende: Die Teilmobilmachung wird mit der Sicherung der nationalen Unabhängigkeit der Ukraine begründet. Keystone

Die Ukraine hat zur Lösung des blutigen Konflikts im Osten des Landes eine Teilmobilmachung der Bevölkerung beschlossen. Das Parlament in Kiew bestätigte heute einen entsprechenden Erlass des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.

Die Mobilmachung bedeutet die Masseneinberufung von Männern im wehrdienstfähigen Alter sowie von Reservisten. Die Oberste Rada stimmte mit knapper Mehrheit von 232 Stimmen für den umstrittenen Schritt.

Armee mangelhaft ausgerüstet

Die ukrainische Armee steht im Ruf, schlecht ausgestattet zu sein. Mit den zusätzlichen Kräften sowie weiterer Ausrüstung will Poroschenko noch härter gegen
die pro-russischen Separatisten in der Ostukraine vorgehen.

Poroschenko begründete die Massnahme mit einer Sicherung der nationalen Unabhängigkeit der Ukraine. Die pro-russischen Kräfte in der Ostukraine wollen eine Abspaltung der Gebiete Donezk und Lugansk von Kiew erreichen.


In der Ostukraine wird weiter gekämpft

3:11 min, aus Echo der Zeit vom 21.07.2014

Sammelt Russland seine Truppen?

Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine sprach im Parlament von einer Truppenaufstockung Russlands an der russisch-ukrainischen Grenze. Russland soll rund 41'000 Soldaten in der Region zusammengezogen haben.

In der russischen Hauptstadt Moskau kommt am Nachmittag der nationale Sicherheitsrat unter Führung von Präsident Wladimir Putin zusammen. Dabei geht es vor allem um die Lage in der Ostukraine.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • MH-17-Untersuchungen kommen in Gang

    Aus Tagesschau vom 21.7.2014

    Nach dem Absturz der MH-17 kommen die Untersuchungen offenbar etwas in Gang: Der Zug mit den sterblichen Überresten der Absturz-Opfer soll unterwegs sein in die Stadt Charkow, die unter der Kontrolle der ukrainischen Regierung steht. Dort sollen die Leichen untersucht werden. Am Schauplatz des Absturzes ist auch die Beobachtermission der OSZE. Der Schweizer Alexander Hug, der stellvertretende Leiter dieser Beobachtermission, hat gegenüber der Tagesschau seine Eindrücke geschildert.

  • Haben Separatisten die Blackbox manipuliert?

    Aus Tagesschau vom 21.7.2014

    Um den Absturzhergang zu klären, müssten unbedingt die beiden sogenannten Black-Boxes der Maschine ausgewertet werden. Sie befinden sich möglicherweise in der Hand der Rebellen. Laut der ukrainischen Regierung könnten sie die Flugdaten-Schreiber manipuliert haben. Das ist aber gar nicht so einfach, wie ein Flugunfall-Experte gegenüber der Tagesschau erklärt. Aus Donezk meldet sich live SRF-Korrespondent Christoph Franzen.