Zum Inhalt springen
Inhalt

International Ukraine: Diplomatisches Hickhack nach Gewalteskalation

Der Raketenangriff auf die Hafenstadt Mariupol in der Ostukraine verschärft die Situation auf diplomatischer Ebene: Europäische Länder und die USA drohen mit neuen Sanktionen gegen Russland, in Moskau wehrt man sich gegen «Erpressung». Putin spricht sogar von Nato-Legionen in der ukrainischen Armee.

Ein ausgebranntes Autowrack steht auf einer Strasse in einem Wohnquartier
Legende: Bei einem Raketenangriff auf ein Wohngebiet der Hafenstadt Mariupol starben am Samstag 30 Menschen. Reuters

Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) schliesst im Ukraine-Konflikt neue Sanktionen gegen Russland nicht mehr aus. Bei einem Treffen mit seinem lettischen Kollegen Edgars Rinkevics in Berlin warnte Steinmeier am Montag die prorussischen Separatisten vor Angriffen auf die ukrainische Hafenstadt Mariupol. «Ein Angriff oder gar eine Offensive, breit angelegt in Richtung Mariupol und darüber hinaus, das wäre eine qualitative Veränderung der Situation, die uns reagieren lassen muss.»

USA: Sanktionen nicht ausgeschöpft

Auch Polens Präsident Bronislaw Komorowski forderte die EU auf, mit schärferen Sanktionen auf die jüngste Gewalteskalation zu reagieren. US-Finanzminister Jack Lew warnte in Brüssel, die USA hätten mit den bisherigen Sanktionen ihr Instrumentarium noch nicht ausgeschöpft. Noch für Montag wurden die Nato-Botschafter zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengerufen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland aufgefordert, seinen Einfluss auf die Rebellen geltend zu machen. Sie habe am Sonntag Präsident Wladimir Putin in einem Telefongespräch aufgefordert, neue Eskalationen zu verhindern, teilte ein Regierungssprecher mit.

Putin: «Nato-Legion» bei ukrainischen Streitkräften

Russland warnte indes vor einer Verschärfung der Strafmassnahmen und warf der westlichen Allianz direkte Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte vor. In der Ostukraine kämpfe eine ausländische Nato-Legion, deren Ziel sei es, Russland geopolitisch klein zu halten, sagte Präsident Wladimir Putin.

Neue Sanktionen würden an der bisherigen Handlungsweise Russlands nichts ändern, hiess es im Kreml. «Eine solche Erpressung wird uns niemals dazu bringen, unsere konsequente Haltung zu ändern», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow warf dem Westen vor, er missbrauche den Tod von Zivilisten in der Ukraine, um eine «antirussische Hysterie» zu schüren und neue Sanktionen gegen Moskau auf den Weg zu bringen.

Die Militäraktionen der Aufständischen seien eine reine Reaktion auf vorangegangene Angriffe der Regierungstruppen. «Es wäre naiv zu erwarten, dass die Volkswehr zusieht, wie auf Befehl des ukrainischen Präsidenten ihre Städte von Artillerie und der Luftwaffe beschossen werden», sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge.

Weitere Tote bei Gefechten

Nach dem verheerenden Raketenbeschuss der Hafenstadt Mariupol am Samstag lieferten sich ukrainische Regierungstruppen und prorussische Aufständische erneut heftige Gefechte. Das Militär berichtete von mindestens 7 getöteten und 24 verletzten Soldaten innerhalb von 24 Stunden.

Aus der ostukrainischen Separatistenhochburg Lugansk wurden zudem zwei getötete Zivilisten gemeldet. Die Separatisten drängten nach eigener Darstellung die Regierungskräfte bei dem Verkehrsknotenpunkt Debalzewo nordöstlich von Donezk zurück.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

32 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von P.Eigenmann, KT.ST.Gallen
    Ich kann nur Sagen ich bin SCHOKIERT über die KOMMENTARE die ich Lese was so manche Leute SCHREIBEN !!!???
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Hofer, Birsfelden
    Diese Russen habe doch jegliche Beziehung zur Realität verloren, sprich 100%iger Realitätsverlust und dann noch diese paranoiden Wahnvorstellungen(Nato-Legion?). Selber verbreiten sie Tod,Leid,Angst,Terror in der Ostukraine und nun werfen sie dies dem Westen vor. Ist doch echt bedenklich, dass eine solch verlogene Regierung ein so grosses Land regiert. Da ist es auch absolut nachvollziehbar, dass praktisch alle Anrainerstaaten um Aufnahme in die Nato ersuchten und sich in deren Schutz begaben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Ich nehme an, Sie sehen das gleich bezüglich dem Irakkrieg und der Verbreitung von Tod, Leid, Angst und Terror durch die USA. Wenn Sie so über Russland urteilen, dann ist anzunehmen, dass Sie ebenso über die USA urteilen. Ihnen dürfte auch nicht entgangen sein, dass die USA gelogen haben, dass sie gegen den Irak Krieg führen konnten. Wo haben hier die Russen gelogen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marc Hofer, Birsfelden
      @Bernoulli Hier geht es aber um die RUSSISCHE Agression!! Also hören Sie bitte auf mit Ihrer ewigen Ablenkungs-Propaganda.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      @ M. Hofer: ich will die Doppelmoral aufzeigen, welche zeigt, dass es den Politikern nicht ernst ist mit den Opfern, mit der territorialen Integrität usw. Das ist Propaganda, Emotionen schüren zwecks Manipulation. Im Sudan geschah/geschieht ebenfalls Schreckliches, nur da wird im Interesse der westlichen Welt gemordet und die vertriebenen Fischer werden als Piraten gebrandmarkt... Die Medien und Politiker schweigen...Die USA haben sich in ihrem GW auf Putin eingeschossen, (fast) alle folgen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Die EU sollte endlich aufwachen und merken, dass was die USA in der Ukraine will, nicht das Gleiche ist, was die Europäer wollen und was gut für die EU ist (Sanktionen kommen auf die EU zurück und nicht auf die USA). Auch wenn Russland im Moment unter den Sanktionen leidet, wird es die überwinden und mit Ländern wie China, Indian, Iran andere Pakte abschliessen. Beim Iran unterläuft Russland damit, die von den USA ungerechtfertigten Sanktionen gegen den Iran, was die Neocons zum Kochen bringt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @S. Lüscher. In der Türe von Indien hat Mr. Obama jetzt seinen Fuss drin. Er wird weiter versuchen Russland zu isolieren...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Fakt ist doch, dass sich Amerika auf Kosten Europas jetzt saniert. Während in allen EU-Ländern die Wirtschaft kränkelt, stagniert oder rückläufig ist, die Sanktionen gegenüber Russland ganz Europa trifft, der Euro immer weniger wert ist, blüht die Wirtschaft in Amerika auf & der Dollar hat wieder zu gelegt. Auf Kosten Europas hat es Amerika aus seiner Wirtschaftskrise geschafft & die drohende Staats- Pleite so verhindern können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen