Zum Inhalt springen
Inhalt

International Ukraine-Konflikt: Lawrow fordert weitere Gespräche

Nach dem Krisentreffen in Berlin bedauert Russlands Aussenminister Sergej Lawrow, dass keine Einigung über eine Feuerpause erzielt worden ist. Weitere Verhandlungen seien nötig. Ein Entscheid über die Fortsetzung der Gespräche soll spätestens am Dienstag fallen.

Legende: Video Treffen zur Ukraine-Krise endet ergebnislos abspielen. Laufzeit 01:12 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.08.2014.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow dringt nach dem Berliner Krisentreffen auf baldige erneute Gespräche über den Ukraine-Konflikt. Es sei bedauerlich, dass bei den Verhandlungen keine Einigung über eine Feuerpause erzielt worden sei, sagte Lawrow russischen Agenturen zufolge in Berlin. «Wir wollen eine uneingeschränkte Waffenruhe, aber die ukrainischen Kollegen rücken von ihren Bedingungen leider nicht ab», betonte er.

Lawrow schloss nicht aus, dass bei einem künftigen Treffen auch eine Vereinbarung unterzeichnet werden könnte. Solange jedoch die Führung in Kiew den Konflikt militärisch lösen wolle, hätten solche Gespräche keinen Sinn. Russlands Chefdiplomat warnte vor Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine. Dies würde allen Abmachungen widersprechen.

Humanitäre Hilfe: «Alle Probleme mit Kiew sind gelöst»

Mit Nachdruck wies Lawrow erneut Vorwürfe der pro-westlichen Führung in Kiew zurück, russisches Kriegsgerät würde illegal auf ukrainisches Territorium gebracht werden. Berichte über einen angeblich von der ukrainischen Armee zerstörten russischen Militärkonvoi seien «reine Fiktion».

Er räumte aber eine hohe Konzentration russischer Truppen an der ukrainischen Grenze ein. Dies diene allein der Sicherheit. «Wenige Kilometer von dieser Grenze entfernt findet ein Krieg mit Artillerie, Luftwaffe und möglicherweise ballistischen Raketen statt. Da kann man nicht vorsichtig genug sein», sagte Lawrow.

Einigung sei in Berlin über den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine erzielt worden, so Russlands Aussenminister weiter. Alle Probleme mit der Führung in Kiew und dem Roten Kreuz seien gelöst. «Ich rechne damit, dass diese Hilfe schon in allernächster Zukunft dort ankommt, wo sie gebraucht wird», sagte Lawrow.

SRF-Korrespondent Christoph Franzen weist darauf hin, dass diesbezüglich nicht Lawrow das letzte Wort habe, sondern die Ukraine und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). Letzteres warte immer noch auf die Sicherheitsgarantien für den Transport. «Aber ich denke, wenn Lawrow sagt, dass man hier eine Einigung gefunden hat, dann sollte es eigentlich bald losgehen», so Franzen.

Intensive Kämpfe um Donezk

Fünf Stunden hatten die Aussenminister Russlands, der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs am Sonntagabend in Berlin konferiert. Deutschlands Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von «schwierigen Gesprächen».

Das Thema sei gewesen, wie man Wege zu einem Waffenstillstand in der Ostukraine finden könne, so Steinmeier. Daneben sei es um die Kontrolle der Grenze sowie um humanitäre Hilfe gegangen. Die Ergebnisse würden nun mit den Staats- und Regierungschefs besprochen. Am Montag oder Dienstag werde entschieden, ob die Gespräche fortgesetzt werden.

Am Wochenende hatten sich die Kämpfe in den Separatisten-Hochburgen Donezk und Lugansk verschärft. Pro-russische Rebellen schossen einen Kampfjet über der Ostukraine ab. Regierungstruppen gewannen nach eigenen Angaben die Kontrolle über eine Polizeiwache in Lugansk zurück.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

87 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Fakt ist, dass durch dieses monströse Konstrukt EU der Frieden in Europa definitiv sehr gefährdet ist. Es ist nicht Russland, sondern die EU zusammen mit den Amerikanern, welche immer gefährlicher für den Frieden in Europa werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Eine Berichterstatterin die Forderung der Regierung nach Waffen aus der EU betreffend, zitiere ungefähr:" Die Regierung kann zwar Waffen fordern, wird sie aber nicht erhalten. Die EU wird der Ukraine keine Waffen liefern. Dieser Regierung klar werden muss, dass es kein Krieg zwischen zwei Länder ist, sondern es ein Konflikt innerhalb der Ukraine den es ohne Waffengewalt zu lösen gilt. Das Volk in der Ukraine will Frieden, Freiheit & Unabhängigkeit."
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Keel, Ittigen
    Wenn ich die Kommentare lese, merke ich, wie die russische Propaganda viel Erfolg hat in der Schweiz, bei Medien und Bürgerinnen und Bürgern. Das finde ich sehr beängstigend. Putin wendet ähnliche perfide Kriegsmethoden an wie damals Goebbels. Die Ukraine, wie auch die USA, teilt unsere Werte (Wahrheit, Würde, Respekt). Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, beschaffen Sie sich die Informationen bitte direkt aus der Ukraine und prüfen Sie jedes Wort von Russland. Das meiste ist gelogen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von R. Haechler, AG
      Also bis jetzt habe ich hier noch keine Propaganda von Russland gesehen - können Sie mir vielleicht ein Beispiel geben ? Vielleicht habe ich ja was verpasst - wäre Ihnen sehr dankbar.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @S. Keel: Putin mit Goebbels zu vergleichen ist ziemlich krass! Und dass die Ukraine inkl. USA die Werte wie Wahrheit, Würde, Respekt "gepachtet" haben ist noch krasser. Wer Würde & Respekt besitzt geht nicht mit Waffengewalt gegen Minderheiten & unschuldige Zivilisten vor. Ganz objektiv betrachtet, sitzen in allen Konfliktparteien keine Unschuldslämmer. Aber die Zeit ist definitiv vorbei, die Amerikaner weiterhin als unsere Befreier zu feiern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von R. Haechler, AG
      Und dann noch das Drama mit all diesen Flüchtlingen - flüchten doch alle in das böse Russland - wie grauenhaft muss das sein ...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von N.Belg, Luzern
      "Die Ukraine auch wie die USA teilt unsere Werte..." So eine "gute" Werbung für Lügen, Provokationen und den Krieg.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Martin Lopez, Zürich
      Wahrheit, Würde, Respekt? You made my day. Habe schon lange nicht mehr so gelacht. Wahrheit? Massenvernichtungswaffen? Die Babys welche von Hussein's Schergen aus den Brutkästen gerissen wurden oder der Golf von Tonkin? Die NATO-Geheimarmeen? Würde? Inhaftierte werden in Guantanamo und in Geheimgefägnissen auf der Welt verteilt gefoltert. Ohne je einen ordentlichen Richter gesehen zu haben. Das alles hat nichts mit den von Ihnen genannten Werten zu tun.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Marcel Chauvet, Neustadt
      Die RUS-Version, auch dass ihre Propaganda wahrheitswidrig ist, ist sehr wohl bekannt, aber den Putin-Adepten geht es um folgendes: „der Feind unseres Feindes unser Freund". In Kiew, der EU und der NATO sieht man den Feind und so wird Putin automatisch zum Freund. Dass sich Putin zum "fremden Vogt" der Ukraine aufspielen möchte, für die Schweiz weiterhin gute Verträge mit der EU von eminenter Bedeutung sind und sie den Schirm der NATO gratis genießt, wird in primitivster Weise ignoriert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    7. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @M. Chauvet: Auf beharrliche Weise wird von Ihnen ignoriert, dass wir den Schirm der NATO nicht gratis geniessen, sondern dafür zahlen. Und Ihre Argumente betreffend Russland trifft wohl eher auf die EU & Amerika zu: Entweder man ist mit uns oder gegen uns." Keine Kompromisse, kennen grad wir Schweizer seitens dieser ja bestens.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    8. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Chauvet:Respekt,und Gratulation von meiner Seite,Sie haben in ihrem Kommentar perfekt die Motivation der Russensympatisanten beschrieben,und entlarvt!Einfach super!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    9. Antwort von Marc Hofer, Birsfelden
      @R. Haechler, AG Nach Westen können die Flüchtlinge nicht flüchten, weil besetztes Gebiet der russischen Separat-/Terror-isten, sprich; ist ein sicheres Todesurteil!! Da müssen sie ja nach Russland flüchten, also nicht aus Sympathie!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    10. Antwort von N.Belg, Luzern
      M.Hofer:))) Im Westen hilft denen niemand leider... Sie sind ja alle "Feinde"...für Kiew. Also "Sympathie" haben die Flüchtlinge für Russland so oder so, wenn man nicht muss, man geht auch nicht...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    11. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Peter Opoplig: Bitte übertreiben sie nicht wieder so masslos. Wer sich mit M.Chauvet ins gleiche Boot setzt muss sich als Schweizer dann schon einige Fragen gefallen lassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    12. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Christmann,ja Sie haben recht,ich weiss bin etwas am übertreiben,aber wo er recht hat hat er recht,und zum anderen bin ich mit Ihm fast immer einig.Und dann schreibt er natürlich ganz gerissen.Manchmal fällt mir sogar auf,dass ich Ihn zu bestimmten Sachen auch inspiriere.Übrigens entschuldigen Sie mein Ausdruck "einfach Super" aber den habe ich in einem anderen Zusammenhang auch schon gelesen,und hat mich dort sehr gestört,von dem her habe ich vermutet dass Sie sich melden werden.Augenzwink:-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    13. Antwort von Werner Christmann, Stein am Rhein
      Peter Oppliger: Danke für die Antwort. Aber jetzt mal Hand aufs Herz, sind ihnen in letzter Zeit nicht doch einige Zweifel in ihrem antirussischen Denken aufgekommen in Anbetracht der doch offensichtlich falschen Anschuldigungen Kiews gegenüber Moskau?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    14. Antwort von Peter Oppliger, Walenstadt
      @Christmann:Wissen Sie ich will die Ukraine nicht übermässig in Schutz nehmen,da ich auch nicht weiss,was von dieser Seite alles getrieben wird.Ist ja immerhin sowas wie der Bruder von Russland.Nun da ich diesen Medungen nicht allzu grosse Beachtung schenke,muss ich auch nicht wie ein Narr,jede Meldung hier im Forum diskutieren,wie das einzelne Teilnehmer tun.Ich bin aber nach wie vor ganz sicher das Russland der Hauptschuldige ist für diesen Konflikt,da gibt es bei mir keine Zweifel.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen