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International Ukraine-Konflikt: UNO erhebt Foltervorwürfe

Jeden Tag werden in der Ukraine 36 Menschen getötet, der Konflikt hat bereits mindestens 2600 Tote gefordert. Das hat UNO-Menschenrechtskommissarin Navy Pillay in Genf gesagt. Von beiden Seiten gebe es schwere Menschenrechtsverletzungen, vor allem aber von «bewaffneten Gruppen».

Navy Pillay
Legende: UNO-Menschenrechtskommissarin Navy Pillay spricht über Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine. Keystone

Die UNO-Menschenrechtskommissarin spricht in ihrem Bericht zwar nicht explizit von pro-russischen Separatisten. Aus dem Kontext aber geht hervor, dass diese mit der Bezeichnung «bewaffnete Gruppen» gemeint sind. Denn diese bewaffneten Gruppen hätten Teile der Ostukraine unter ihre Kontrolle gebracht und würden die ukrainischen Streitkräfte angreifen. Und sie attackierten, so Navy Pillay, auch wehrlose Zivilisten.

Die UNO spricht von Folter, von Zwangsarbeit und davon, dass diese Gruppen Flüchtlinge in den angeblich sicheren Flucht-Korridoren bestehlen, beschiessen und töten.

Flugzeugabschuss: Untersuchung behindert

Die UNO-Menschenrechtskommissarin macht in ihrem Bericht diese Gruppen auch dafür verantwortlich, die Aufklärung des Flugzeugabsturzes der Malaysian Airlines behindert zu haben. Auf der anderen Seite seien aber auch die ukrainischen Streitkräfte für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich. Auch ihnen wirft der UNO-Bericht Folter vor. Zudem würden die ukrainischen Streitkräfte Verdächtige willkürlich verhaften und verschwinden lassen.

Lage auf der Krim

Die UNO-Menschenrechtskommissarin erwähnt in ihrem Bericht auch die Lage auf der Krim. Seit der Abstimmung vom März, also seit die Krim de facto Teil der russischen Föderation ist, würden dort Ukrainer, Krimtataren und andere Minderheiten verfolgt und diskriminiert.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von M.Mila, LU -Serbien
    MH17 Geschichte (ist!) eine Schlüsselsache. MH17 wird ignoriert von ganzen Welt ob es nie gewesen währ. Die 300 Menschen sind längs tot begraben und Vergessen!!! Nicht mal angehörige Fragen danach. DAS IST BEENGSIGEND!!!
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Es klingt zwar makaber, aber so war es schon immer: Wo Krieg herrscht, wird auch gefoltert, und zwar auf allen Seiten. Die Worte dieser UNO-Kommissarin enthüllen also nichts Neues. Auch ich, der auf der Seite der Ukraine steht - das habe ich nie versteckt -, schliesse nicht aus, dass auch die ukr. Kämpfer nicht nur "sauber" kämpfen. Dagegen vermisse ich bis jetzt immer noch eine klare Aussage der Leute der Russland-Fraktion, dass auch die ostukr. "Freiheitskämpfer" nicht sauber sind.
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    1. Antwort von marco meier, aarau
      Extra für Sie: Auch ich, der nicht per se auf der Seite der Ukraine steht und das habe ich nie verheimlicht, schliesse nicht aus, dass auch die ostukrainischen Freiheitskämpfer nicht nur "sauber" kämpfen... Na? Gut so? Mich nimmts wunder ob diese Folterungen dann später auch gleich geahndet werden. Werden wir ja sehen...
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @J. Stump: Dann verstehe ich Ihre Statements gegen Russland nicht. Putin sicher kein Heiliger in der Vergangenheit gewesen ist, sucht dies mal 1. Verbündete & 2. will er auch die Russen in der Ost-Ukraine schützen. Genau das macht ja Amerika weltweit auch & überschreiten geographische Grenzen. Ein Statement diese Woche von Obama. Und, russische Bären sollte man nie isolieren wollen. Und auch extra für Sie: Habe durchaus auch schon die Gewalt der Separatisten verurteilt. Tue ich generell immer.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Die 80er sind vorbei. Die USA ist nicht mehr cool. Der Tarnkappenbomber kann sehr wohl geortet werden... Aber darum gehts nicht. Auch ich bin mit der amerikanischen Propaganda aufgewachsen und es bleibt eine einzig grosse Enttäuschung. Das gezeigte USA hats so nie gegeben. Militärisch haben sie nie etwas erreicht und sind selbst gegen Mikrostaaten und 50'000 IS-Kämpfer überfordert. Ich bin masslos enttäuscht. Und jeder wird das ab einer gewissen geistigen Reife erkennen.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Was haben diese seltsamen Einschätzungen mit dem obigen Bericht zu tun? Ja, Sie hassen die USA, wir wissen das schon lange! Aber sagen Sie doch etwas zum Thema, ja? Immerhin stimme ich in einem Punkt mit Ihnen überein: *Geistige Reife" ist nie schlecht....
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Oh doch, die Amis haben sehr wohl etwas erreicht, zum Beispiel 1983 auf der Insel Grenada, einem "Mikrostaat", der von kubanischen Truppen besetzt war, die mehrere Hundert US-Studenten als Geiseln genommen hatten - doch, das stimmt und ist keine US-Propaganda. Als die Amis eingriffen, rannten die kubanischen "Helden" davon. - Wie sollen sie gegen die IS-Kämpfer vorgehen? Haben Sie einen brauchbaren Vorschlag? Es ist leicht, von einem Burgdorfer Sofa aus zu stänkern.
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