Ukraine: Proteste haben die Krim erreicht

In der Hauptstadt Kiew hat sich die Lage weitgehend entspannt. Auf dem Maidan erwarteten die Ukrainer die Vorstellung der neuen Regierung. Nun spitzt sich hingegen die Lage auf der Halbinsel Krim zu.

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Proteste auf der Halbinsel Krim

0:22 min, vom 26.2.2014

Auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew herrscht gespanntes Warten. Gegen Abend soll auf dem Maidan das neue Kabinett der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das teilte der Politiker Waleri Pazkan von der Partei Udar des Ex-Boxprofis Vitali Klitschko mit. Die Übergangsregierung soll vor allem die geplante Präsidentenwahl am 25. Mai vorbereiten.

Während sich die Hauptstadt bereits mit der Zukunft beschäftigt, scheinen sich die Proteste in den Süden des Landes zu verlagern. Auf der Halbinsel Krim kam zu zwischen Befürworten und Gegnern einer Annäherung an Russland zu kleineren Zusammenstössen.

«Die Ukraine ist nicht Russland»

Etwa 10'000 Krimtataren demonstrierten vor dem Regionalparlament in Simferopol gegen eine Abspaltung der Autonomen Krim-Republik.

Sie schwenkten blaugelbe Landesflaggen und riefen: «Die Ukraine ist nicht Russland.» Hingegen machten rund 4000 prorussische Demonstranten, viele davon in Kosaken-Tracht, Stimmung für eine engere Anbindung der Krim an Moskau. Sie skandierten unter anderem: «Die Krim ist russisch.» Vereinzelt sei es zu Handgemengen gekommen, sagte ein Behördensprecher der Agentur Interfax.

Russischer Flottenstützpunkt

Moskau hat handfeste Interessen auf der Halbinsel, denn in Sewastopol ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert. Die Mehrheit der Bewohner sind Russen. Die einst von Sowjetdiktator Josef Stalin wegen angeblicher Zusammenarbeit mit den Nazis deportierten Tataren sind nach dem Zerfall der UdSSR zu Zehntausenden wieder auf die Krim zurückgekehrt.

Russland ist nervös

Russland beobachtet die Entwicklung auf der Krim mit Argusaugen. Die Sicherheit ihrer Schwarzmeerflotte ist in Gefahr. Verteidigungsminister Sergej Schoigu: «Um die Sicherheit der Schwarzmeerflotte zu gewährleisten, ergreifen wir Massnahmen.» Details wurden aber nicht bekannt.

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