Zum Inhalt springen

International Ukraine soll Streubomben eingesetzt haben

Schwere Vorwürfe gegen die ukrainische Armee: Einem Bericht der Menschenrechtsorganisation «Human Rights Watch» zufolge soll die Armee in der Ostukraine international geächtete Streubomben abgefeuert haben. Eine dieser Bomben soll in Donezk auch den Schweizer IKRK-Mitarbeiter getötet haben.

Legende: Video Hat die Ukraine Streubomben eingesetzt? abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.10.2014.

Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten um Donezk sollen Streubomben an mehr als einem Dutzend Orten zum Einsatz gekommen sein, heisst es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW).

Dabei soll ein Schweizer IKRK-Mitarbeiter getötet worden sein. Zwar hätten Untersuchungen über die Todesursache des Delegierten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) noch keine abschliessenden Ergebnisse geliefert, heisst es in dem Bericht. Doch der Mann habe sich vor dem IKRK-Büro in Donezk aufgehalten, als die Bomben einschlugen.

Insgesamt habe HRW an diesem Tag fünf Abwürfe von Streubomben in der umkämpften Stadt dokumentiert. Aufgrund der Untersuchungen müsse davon ausgegangen werden, dass die Bomben aus den von der Regierung kontrollierten Dörfern abgeschossen wurden.

Sechs Menschen getötet

Streubomben zerteilen sich vor dem Aufprall in viele kleinere Sprengsätze. Sie verminen damit praktisch ganze Landstriche. Vor allem Kinder werden oft auch noch Jahre nach dem Abwurf zu Opfern, wenn die Munition explodiert.

Während der wochenlangen Untersuchung habe HRW Hinweise auf den weitverbreiteten Einsatz von Streubomben in mehr als einem Dutzend Orte im Osten der Ukraine gefunden, hiess es in dem Bericht weiter. Dabei seien mindestens sechs Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die tatsächliche Opferzahl dürfte jedoch noch höher sein, hiess es.

Zwar liesse sich bei vielen der Angriffe nicht eindeutig feststellen, wer die Streubomben abgefeuert habe. Doch «die Beweise deuten bei mehreren Angriffen darauf hin, dass ukrainische Regierungstruppen verantwortlich waren». Gleichzeitig gebe es auch Hinweise, dass pro-russische Rebellen die geächteten Bomben eingesetzt hätten.

Streubomben-Einsatz in Donezk

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

16 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.