Ukraine und Russland suchen Lösung im Gasstreit

Kurz vor Ablauf des Ultimatums im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zeigen sich beide Parteien gesprächsbereit. Ein allfälliger Lieferstopp würde auch den Westen treffen.

Am kommenden Montag läuft das Ultimatum im Gasstreit, welches Russland der Ukraine gestellt hat, ab. Finden die Parteien keine Lösung, droht ein Lieferstopp.

Nun haben sich die Parteien nochmals zu Verhandlungen bereit erklärt. Vertreter beider Seiten wollten am Samstag in Kiew zu Gesprächen zusammenkommen, teilte Sergej Kuprijanow vom Gazprom-Konzern in Moskau mit. «Wir sind zu Kompromissen bereit, lassen uns aber nicht drängen», sagte Kuprijanow.

Lieferstopp trifft auch EU

Wie bei den vorherigen Verhandlungen soll an dem Treffen auch ein Vertreter der EU-Kommission teilnehmen. Gazprom erwartet von der Ukraine eine Zahlung von 1,951 Milliarden US-Dollar bis zum kommenden Montag um 8.00 Uhr. Der Streit dreht sich aber nicht nur um ausstehende Zahlungen, auch der Preis sorgt für zähe Diskussionen.

Russland fordert derzeit 485,50 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. In Verhandlungen hatte Moskau einen Preis von 385 US-Dollar angeboten. Die Ukraine will aber nur 268 US-Dollar zahlen.

Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für den Energiefluss in den Westen. Ein allfälliger Lieferstopp könnte auch EU-Mitgliedstaaten treffen, da die Ukraine sich weigert, Transitgas und Eigenversorgung zu trennen.