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International Ukrainer entscheiden über die Zukunft ihres Landes

In der krisengeschüttelten Ukraine sind 35 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Die Abstimmung soll dazu beitragen, die Lage in der früheren Sowjetrepublik zu stabilisieren.

Legende: Video Wegweisende Präsidentenwahl in der Ukraine abspielen. Laufzeit 0:50 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 25.05.2014.

Überschattet von Gewalt und Drohungen prorussischer Separatisten hat die Ukraine mit der Wahl eines neuen Präsidenten begonnen.

Im krisengeschüttelten Osten der Ex-Sowjetrepublik öffnete allerdings nur ein Bruchteil der Wahllokale. Örtlich Medien berichteten von vereinzelten Übergriffen moskautreuer Kräfte auf Wahlstellen. Viele Einwohner der Gebiete Donezk und Lugansk trauten sich demnach nicht zur Wahl oder fanden keine Möglichkeit zur Stimmabgabe vor.

Im Gegenteil: Mehrere tausend Menschen demonstrierten in dieser Region gegen die landesweite Präsidentenwahl. Auf dem zentralen Lenin-Platz in Donezk seien mehr als 2500 Menschen versammelt, meldete die Agentur Itar-Tass. Eine Einheit bewaffneter Aufständischer sei mit Jubelrufen begrüsst worden, hiess es.

Favorit Poroschenko

Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des nach Russland geflüchteten Staatschefs Viktor Janukowitsch gilt der Schokoladenfabrikant Pjotr Poroschenko. Erhält keiner der 21 Bewerber die absolute Mehrheit, ist eine Stichwahl nötig.

Insgesamt sind rund 35 Millionen Menschen wahlberechtigt. Mit eingerechnet sind auch die Einwohner der Schwarzmeerhalbinsel Krim, die Russland sich eingegliedert hatte. Krim-Bewohner können ihre Stimme aber nur auf dem Festland abgeben.

Klitschko kandidiert für Bürgermeisteramt

Die prowestliche Führung in Kiew, die EU und die USA hoffen, dass die Abstimmung die Lage in der Ukraine stabilisiert. Die Ukraine ist seit der Amtsenthebung und Flucht von Präsident Viktor Janukowitsch ins russische Exil Mitte Februar ohne gewählten Staatschef.

Vitali Klitschko (links) mit seiner Frau und Bruder Vladimir bei der Stimmabgabe.
Legende: Vitali Klitschko (links) mit seiner Frau und Bruder Vladimir bei der Stimmabgabe. Reuters

In der Hauptstadt Kiew tritt zugleich der frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl an. Auf nationaler Ebene hatte Klitschko seine Kandidatur zugunsten von Pjotr Poroschenko zurückgezogen.

Im Rennen um das Bürgermeisteramt sehen Umfragen den Klitschko deutlich in Führung. 2006 und 2008 hatte der 42-Jährige die Bürgermeisterwahlen verloren. Das Amt hat vor allem repräsentative Funktion.

Tweets zur Lage in der Ukraine

Journalist getötet

Im Osten der Ukraine ist ein italienischer 30-jähriger Journalist getötet worden. Wie das Aussenministerium in Rom mitteilte, wurde der Fotograf Andrea Ronchelli am Samstag nahe der Separatistenhochburg Slawjansk durch Mörserbeschuss getötet.

Wahl in ungewisse Zukunft

Die Ukraine steht vor einer Schicksalswahl. Bürgerkrieg oder ein Ende der Krise. mehr

10 Kommentare

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  • Kommentar von E.Jakob, Zürich
    @Samuel Bendicht: Es geht Ihnen also indirekt darum, die SVP als Antidemokratische Partei darzustellen. Schreien Sie Ihren SVP-Hass bitte woanders aus. Auf diesem Forum hat das nicht das geringste mit dem zu tun, was gerade in der Ukraine abläuft. Solche "Demokraten" wie Sie sind einfach nur peinlich.
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    1. Antwort von r.zürcher, frutigen
      @ e.jakob, ihr beitrag von 19:12 wo sie jemanden schimpfen weil sie ein vergleich mit nazis macht und ein satz weiter dasselbe tun disqualifiziert ihre komentare.
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  • Kommentar von Walter Starnberger, Therwil
    Samuel Bendicht, Sie würde also Menschen aufgrund einer freien Meinungsäusserung in einem Online-Forum deportierten wollen, für mich ist klar wer hier kein Demokratieverständnis hat. Das ist unterste Schuiblade, dass man Menschen ausweist nur weil sie nicht dieselbe Meinung haben.
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    1. Antwort von Samuel Bendicht, Bern
      Nein Starnberger, ich benutze hier nur die SVP Ausschaffungslogik und weil Menschen, die Abstimmungen unter Waffengewalt gut finden, für eine Demokratie mindestens so gefährlich sind wie kleinkriminelle Ausländer, fordere ich nur genau das gleiche, was ihr für die fordert; Ihre Ausschaffung und weil es Demokratiefeinde sind auch noch den Entzug ihrer politischen Rechte, damit sie die Schweiz nicht vom Ausland aus untergraben können.
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  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Herr Helfer, merken sie eigentlich, dass Sie mit Ihrem hasserfüllten Rundumschlag gegen die westlichen Demokratien genau dass machen, was Sie mir vorwerfen, nämlich eine Seite als das Böse zu verurteilen? Da erübrigt sich eigentlich jeder weitere Kommentar!
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    1. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Ich glaube Herr Helfer meint, dass man endlich mal alle "Seiten" mit dem gleichen Massstab behandeln sollte. Das ist definitiv nicht der Fall, sonst hätte man die USA doch schon längst sanktionieren müssen? Es gab schon mehr als einen Krieg der nur auf Lügen der US-Regierung basierte, das können auch Sie nicht abstreiten. Und übrigens: Eine "Demokratie" in der es mehr Lobbyisten als Abgeordnete gibt, kann kaum funktionieren. Oder meinen Sie die Lobbyisten achten auf Abstimmungsresultate?
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