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International Und immer wieder «God bless America»

US-Präsident Barack Obama verteidigte die Luftschläge der USA kürzlich in einer Rede an die Nation. Kommt Ihnen da was bekannt vor?

Legende: Video Luftschläge von US-Präsidenten (engl.) abspielen. Laufzeit 0:53 Minuten.
Vom 25.09.2014.

Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton, George H.W. Bush – Ein Blick in die vergangenen Reden der letzten vier amerikanischen Staatsoberhäupter zu Militäroperationen im Irak zeigt: Die Rhetorik hat sich nur unwesentlich verändert. Aber schauen Sie das Video und urteilen Sie selbst.

  • Barack Obama: Er ist seit 2009 der 44. US-Präsident. Entgegen der damaligen Mehrheitsmeinung lehnte Obama 2002 den Irakkrieg ab. 2007 stellte er einen Rückzugsplan vor. Im Februar 2009 verkündete er den Abzug aller US-Kampfmissionen im seit 2003 besetzten Land. Nachdem die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) einen grossen Teil des Iraks erobert hat, lieferte Obama Waffen an die kurdische Widerstandsorganisation Peschmerga. Zudem fliegt das US-Militär Luftanschläge gegen die IS-Kämpfer.
  • George W. Bush: Er war von 2001 bis 2009 der 43. US-Präsident. In seine Amtszeit fielen die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York. Daraufhin verkündete Bush einen Krieg gegen den Terror, was 2001 zum Krieg in Afghanistan und zwei Jahre später zum Irakkrieg führte. Beiden Vorhaben fanden auch bei politischen Gegnern Unterstützung. Der Krieg in Afghanistan hatte das Ziel, die herrschende Taliban-Regierung zu stürzen und die Terrororganisation al-Kaida zu bekämpfen. Der Irakkrieg begann mit der Bombardierung ausgewählter Ziele in Bagdad und wurde nach der Eroberung der Stadt und nach dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein im Mai 2003 für beendet erklärt.
  • Bill Clinton: Er war von 1993 bis 2001 der 42. US-Präsident. In die Amtszeit Clintons fielen verstärkte Aktivitäten des Terrornetzwerks al-Kaida. Clintons Befehl lautete, al-Kaida-Chef Osama bin Laden unter allen Umständen auszuschalten. Ihm fehlten jedoch rechtliche Möglichkeiten zu einer umfassenden Terrorbekämpfung. Diese wurden erst seinem Nachfolger gegeben.
  • George H.W. Bush: Er war von 1989 bis 1993 der 41. US-Präsident. Im August 1990 überfiel der irakische Diktator Saddam Hussein Kuwait. Bush entsandte Truppen auf die arabische Halbinsel. Im November 1990 verabschiedete die UNO eine Resolution, die Irak eine Frist bis zum Janaur 1991 setzte, um sich aus Kuwait zurückzuziehen. Ein Treffen zwischen dem US-Aussenminister und seinem irakischen Amtskollegen in Genf scheiterte. Am 17. Januar 1991 führte eine Koalition aus 28 Staaten Luftschläge gegen Irak aus.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Nathalie Zimmermann, Effretikon
    Glenn Greenwald hat es mit einer Überschrift von einem seiner Artikel ziemlich gut ausgedrückt: "Syria becomes the 7th predominantly muslim country bombed by 2009 Nobel peace laureat". Die Liste ist übrigens: Afghanistan, Pakistan, Yemen, Somalien, Lybien, Irak, und eben, Syrien.
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  • Kommentar von JP. Simon, Nietzscheaner, Bern
    Wenn es nur nützen würde, müsste Gott das Land während des Tages mehrmals segnen. Aber es nützt eben nichts, eher kommt es einer hilflosen, und trotzdem verlogenen Rhetorik gleich, um die Obama genau weiss. Nur will er den Preis, den JFK bezahlte, nicht zahlen. JFK, Eisenhower und auch Nikita Kroutschew haben auf den Moloch des Militärisch-Industriellen-Komplex mit den Geheimdiensten hingewiesen. aber auf diese Wahrheit, die einer Wahrheit sehr nahe kommt, geht niemand ein, man schweigt.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Was soll Obama den sonst sagen: "Morgen ziehen wir in den Krieg gegen die mörderische ISIS und nun gehe ein Bier trinken!" Das ist doch ein bisschen Pathos besser angebracht.
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