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International Ungarn: Orban will nichts mehr wissen von Todesstrafe

Die Europäische Kommission hat Ungarns Regierungschef davor gewarnt, die Diskussion über die Wiedereinführung der Todesstrafe zu lancieren. Nun krebst Viktor Orban zurück.

Viktor Orban bei der Ankunft vor einem Gebäude
Legende: Erteilt der Todesstrafe eine Absage: Viktor Orban Keystone

Orban hatte am Dienstag erklärt, die Wiedereinführung der Todesstrafe sollte auf der Agenda seines Landes bleiben. Er reagierte damit auf den Mord an einem Händler.

Sein Ansinnen sorgte in der EU umgehend für Empörung. Nun vollzieht Orban eine Kehrtwende: Der Ministerpräsidenten plane keine Einführung der Todesstrafe in seinem Land. Das habe er dem EU-Parlamentspräsidenten am Donnerstag telefonisch mitgeteilt, sagte der Kanzleichef Orbans. Es handle sich lediglich um ein blosses Diskussionsthema.

In der EU verboten

Zuvor hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die ungarische Regierung in scharfen Worten aufgefordert, sich von Überlegungen zur Wiedereinführung der Todesstrafe zu distanzieren. «Die Grundrechts-Charta der Europäischen Union verbietet die Todesstrafe und Herr Orban sollte schnell klar machen, dass dies (die Wiedereinführung der Todesstrafe) nicht seine Absicht ist.»

Ungarn hatte die Todesstrafe nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1990 abgeschafft. Orban steht innenpolitisch unter Druck, da die rechtsextreme Jobbik-Partei gegenüber seiner Fidesz Boden gutmacht.

7 Kommentare

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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Mit der möglichen Einführung der Todesstrafe wollten Orban das "Rechte" Wählerspektrum beeindrucken. Sich also weitere Stimmen für seine noch einigermassen moderate Partei sichern. Politik !
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Herr P. Maurer, Sie nennen im unten stehenden Schlusssatz genau den Grund, wieso die Todesstrafe zu hinterfragen/ächten und noch schlimmer, irreversibel ist. Errare humanum est. Ich rate allen, macht etwas Recherche zu weltweiten Justizirrtümer in jüngerer Geschichte. Wo noch praktiziert, herrscht erst recht Unrecht. Oder glaubt jemand hier, ein Schwuler in Saudi Arabien oder ein Muslimbruder in Ägypten verdient alleine für seine sexuelle Neigung oder politisch/religiöse Überzeugung den Tod?
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  • Kommentar von Peter Maurer, Flurlingen
    Meiner Meinung nach ein grosser Fehler! Es gibt durchaus Personen, bei denen die Todesstrafe mehr als angebracht ist! Wir sollten das in der Schweiz auch wieder einführen. Es lohnt sich bei einigen nicht, sie Jahrzehnte durch zu füttern, Sondersettings durch zu führen, oder andere Gelder zu verschwenden. Allerdings darf nie und auf gar keinem Fall der Falsche dran kommen!
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Geschätzter Peter. Emotional kann ich Ihre Gefühle nachvollziehen weil tief im menschlichen Wesen verwurzelt. Steht ja schon im AT „Auge um Auge...“, wird aber in den 10 Geboten „Du sollst nicht töten“, wieder relativiert. Ein Tier tötet lediglich instinktiv, während Mensch neben Stammhirn, noch etwas mehr graue Masse zwecks analytisch/rationalem Denken und Verantwortung mitgegeben wurde. Jedoch wäre ein nur rational denkender Mensch, ohne hormonbedingte Gefühlswallungen, auch nur ein Roboter.
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    2. Antwort von Peter Maurer, Flurlingen
      Geschätzter Thomas. Wer dazu beiträgt den Falschen zu töten, ist für mich genau so fällig. Im Zweifel töten gibt es nicht, nur bei 100% klaren Fällen. Ist es menschlicher, einen "Todeswürdigen" viele Jahre einzusperren? Glaube ich nicht. Also eine Win-Win-Situation! Und wo wir schon beim Thema Glauben sind, vom Mensch gemachte Gottesbücher sollte der Mensch nicht dauernd gebrauchen um die Absichten Gottes zu missbrauchen.
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