UNHCR: Immer mehr Flüchtlinge in der Ukraine

Der Konflikt in der Ostukraine hat bis zu einer Million Menschen in die Flucht getrieben. Laut Angaben des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge sind mindestens 260'000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Ebenso viele hätten in Russland Asyl oder einen Flüchtlingsstatus verlangt.

Immer mehr Menschen aus der Ost-Ukraine flüchten

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Immer mehr Vertriebene in Ostukraine (engl.)

0:38 min, vom 2.9.2014

Die Kämpfe in der Ostukraine zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Der UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, warnte, dass der Konflikt «katastrophale humanitäre Folgen» haben werde und die ganze Region destabilisieren könnte, falls er nicht bald beendet werde.

Viele Binnenvertriebene haben nur sehr begrenzte Mittel und brauchen deshalb mehr humanitäre Hilfe. Gerade in der kommenden kalten Jahreszeit.

Die Zahl der Flüchtlinge innerhalb der Ukraine hat sich innerhalb eines Monats verdoppelt, sagt das UNHCR. Dabei handle es sich um eine konservative Schätzung. Viele Vertriebene lebten bei Bekannten und Verwandten und würden sich nicht registrieren lassen.

Viele Ukrainer nach Russland ausgereist

Auch jene, die nach Russland ausgewichen sind, lebten zumeist bei Verwandten und Freunden oder in einer selbst gemieteten Wohnung. Die russischen Behörden erleichtern ihnen den vorübergehenden Aufenthalt.

Laut den Behörden sind insgesamt 814'000 Ukrainer seit Anfang des Jahres nach Russland gegangen. Die meisten von ihnen sind visafrei eingereist.

Opferzahl steigt

Seit April sind in der Ostukraine 2600 Menschen getötet worden. Die Zahl ziviler Opfer wächst laut der UNO dramatisch. Sie wirft vor allem den Milizen schwere Menschenrechtsverletzungen vor. Sie hätten Bewohner an der Flucht gehindert und auf fliehende Zivilisten geschossen. Ukrainischen Soldaten wirft sie vor, zivile Ziele beschossen zu haben.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Putin markiert Stärke

    Aus Tagesschau vom 2.9.2014

    Während sich die Situation in der Ost-Ukraine täglich verschlechtert, markiert Kreml-Chef Putin Härte. So soll er in einem Telefonat mit dem scheidenden EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gedroht haben: «Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen». Einschätzungen von Russland-Korrespondent Peter Gysling.