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Unmut in Genf Die UNO muss sparen - auch bei den Löhnen

Den UNO-Mitarbeitenden in Genf drohen ab Juni deutliche Lohneinbussen. Nun hoffen sie auf ein Arbeitsgericht.

Legende: Audio Die Uno muss sparen - auch beim Personal abspielen. Laufzeit 1:51 Minuten.
1:51 min, aus HeuteMorgen vom 21.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei den 5400 UNO-Angestellten in Genf herrscht dicke Luft. Ab Juni sollen ihre Löhne deutlich gekürzt werden. Denn der UNO fehlt das Geld an allen Ecken und Enden.
  • Die Angestellten wehren sich gegen die Kürzungen – auch juristisch. Sie hoffen nun auf ein Urteil des Arbeitsgerichts.
  • Bei einem Sieg müsste die UNO die für Juni angekündigten Lohnkürzungen wohl zurücknehmen.

Die Löhne bei den Vereinten Nationen werden oft überschätzt. Zwar sind sie steuerfrei, doch besonders hoch sind sie nicht. Selbst der Generalsekretär verdient weitaus weniger als ein Bundesrat. Gross war daher die Empörung, als den UNO-Beamten in Genf voriges Jahr Gehaltseinbussen von 7,5 Prozent drohten. Viele streikten, mehr als tausend demonstrierten. Am Ende verzichtete die UNO auf die Kürzungen. Doch der Sieg war von kurzer Dauer, wie sich nun zeigt. Jetzt drohen auf Juni Lohnsenkungen von fünf Prozent.

Staaten streichen die Beiträge

UNO-Chef Antonio Guterres betont zwar bei jeder Gelegenheit, wie entscheidend die Mitarbeiter seien. Doch Guterres muss kräftig sparen. Allen voran die USA, aber auch Japan, Kanada oder die Europäer wollen ihre Beiträge senken.

Anstellungsverhältnisse werden immer prekärer

Die für die Gehälter zuständige Kommission der UNO-Generalversammlung stehe unter Druck einzelner Mitgliedstaaten, sagt Ian Richards, Generalsekretär der Angestelltenorganisation der UNO Genf, bei Radio SRF. Ohne dass zuvor das Gespräch mit den Mitarbeitern geführt werde, würden Lohnkürzungen verfügt. Zugleich würden die Anstellungsverhältnisse immer prekärer. Es gebe kaum noch Festanstellungen, bloss noch befristete Verträge, oft nur für Monate. So werde die UNO als Arbeitgeberin unattraktiv, gerade für junge Leute und gerade in der Schweiz mit ihren hohen Löhnen und fast Vollbeschäftigung

Ein Arbeitsgericht soll es richten

Ganz aufgegeben hat Richards aber nicht. Er hält einen Fall vor Arbeitsgericht für vielversprechend. Bei einem Sieg gegen die UNO-Leitung müssten, so hofft er, die geplanten Lohnkürzungen zurückgenommen werden. Doch vorläufig herrschen Unruhe und Unmut am UNO-Sitz.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er u.a. Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Ich muss auch sparen seit ich pensioniert bin , warum die UNO nicht auch. Was sie geleistet hat .kann auch mit weniger erbracht werden, vielleicht lernen sie auch sparen wie andere auch.
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  • Kommentar von D. Crabtree (D. Crabtree)
    Solang, dass jährlich 100'000 nach Europa eindringen, sollte die UNO keinen Rappen mehr erhalten. Was sie mit den Billionen seit ihrem entstehen erreicht hat, geht ins bodenlose. Die Überbevölkerung und das Elend hat sich vervielfacht. Auch UNO Blauhelme wurden wegen Missbraucht angeklagt. Schaut man was sie in Palästina angerichtet haben ist ein Hohn. Von 750'000 auf 5 Mio. Menschen in 70 Jahren mit Vollalimentierung, Bildung und med. Leistungen. Entwickelt haben sie sich nicht.
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    1. Antwort von Ida Fischer (Ida Fiischer)
      @ D. Crabtree Die Uno will jährlich 6 Millonen Menschen Umsiedeln. http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/05/09/uno-will-sechs-millionen-fluechtlinge-pro-jahr-umsiedeln/ George Soros fordert in einem sechs Punkte Plan die muslimische Migration nach Europa zu unterstützen und dass die Zuwanderung von Muslimen nach Europa mindestens eine Million pro Jahr betragen sollte. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article147061754/George-Soros-Plan-fuer-Europas-Fluechtlingskrise.html
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  • Kommentar von Ida Fischer (Ida Fiischer)
    Die UNO gleicht einem trojanischem Pferd. Keine Kriege war das Ziel sie wurde zur Bekämpfung des D Reiches gegründet. Mehr als 70 Kriege sind seit der Gründung der UNO und des Sich. Rates ausgebrochen mit Millionen mehr Opfer als im WK2. Die UNO inkl. NATO unterstützen und fördern nicht den Frieden sondern unterstützen Kriege schüren Hass genau diese Situation die wir heute erleben. Die UNO zwingt uns auch ihre Beschlüsse-Gesetzte um zusetzten. Gender lässt grüssen. Zeit für den Austrtitt
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