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International UNO-Bericht: Syrisches Regime und IS setzten Giftgas ein

Das syrische Regime hat es bisher hartnäckig bestritten. Doch jetzt ist es sozusagen amtlich. Erstmals bestätigt die UNO in einem Bericht, dass in Syrien Giftgas eingesetzt wurde. Diktator Assads Truppen setzten demnach mehrfach Chlorgas gegen die eigene Bevölkerung ein, der IS nutzte Senfgas.

Legende: Video UNO: Einsatz von Chemiewaffen in Syrien abspielen. Laufzeit 1:19 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.08.2016.

Von nun an ist Leugnen zwecklos: Die UNO kommt in einem gemeinsamen Bericht mit der internationalen Chemiewaffenbehörde OPCW zweifelsfrei zum Schluss: Mindestens zweimal setzte das Assad-Regime Chlorgas gegen die syrische Bevölkerung ein, im April 2014 und im März 2015. Beide Male in der hart umkämpften Provinz Idlib. In etlichen weiteren Fällen ist der Giftgaseinsatz noch nicht zweifelsfrei zuzuordnen; weitere Ermittlungen sind nötig.

Die Gasangriffe erfolgten, nachdem offiziell alle chemischen Kampfstoffe aus Syrien abtransportiert und vernichtet worden waren. Doch Chlorgas, das weltweit in grossen Beständen vorhanden ist und viele zivile, industrielle Anwendungen findet, gilt nicht als C-Waffe. Sein Einsatz gegen Menschen hingegen ist natürlich dennoch ein Kriegsverbrechen.

Auch IS setzte Gas ein

In mindestens einem Fall, so die UNO, griff der sogenannte «Islamische Staat» Menschen mit Senfgas an. Vermutlich erbeuteten die Jihadisten diese C-Waffen zuvor aus Regierungsbeständen.

Der Giftgas-Bericht soll nächste Woche dem Sicherheitsrat vorgelegt werden, ist aber nun vorab durchgesickert. Er setzt das mächtigste UNO-Gremium stark unter Druck. Denn die logische, ja zwingende Konsequenz müssten rasche, harte Sanktionen gegen das syrische Regime sein, wie sie etwa die amerikanische UNO-Botschafterin Samantha Power jetzt fordert.

Russland und China könnten Strafmassnahmen verhindern

Schon lange vor Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes hatten westliche Länder die Chemiewaffenangriffe in der Mehrzahl den Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad zugeschrieben. Seine Regierung wies die Vorwürfe immer zurück.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte angedroht, Strafmassnahmen gegen die Schuldigen zu beschliessen. Allerdings könnten das mit Assad verbündete Russland sowie China dies mit ihrem Veto verhindern.

Der Konflikt in Syrien wütet bereits seit dem Frühjahr 2011. Seitdem wurden mehr als 280'000 Menschen getötet.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Gestern las ich noch zwei Berichte: 1. nach dem 1. Weltkrieg hat man die Senfgasfässer einfach in der Ostsee versenkt. Den Gefahren ist man sich wohl bewusst. Und 2. wenn es dem IS gelingt oder bereits gelungen ist, Senfgas herzustellen, kann es auch für Terrorzwecken gebraucht werden.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Entgegen dem suggestiven Bericht der Tagesschau machen unabhängige Experten die saudisch unterstützte Liwa al-Islam für den Sarin - Einsatz in Ost - Ghouta verantwortlich. Das Genfer Institut für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte hat einen detaillierten Bericht über den CW - Einsatz in Ost - Ghouta vorgelegt; darin werden grausame Verbrechen der Rebellen an Kindern aufgedeckt und deren Medienmanipulationen entlarvt: http://tarpley.net/docs/20130915-ISTeams-Ghouta-Report.pdf
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Reuters 5 May 2013; U.N.has testimony that Syrian rebels used sarin gas / Chemical weapons in Syria: Bombs packed with yellow phosphorus used by islamist rebels in Aleppo. Bis heute werden schreckliche Verbrechen wie diese, zu Lasten der Opfer, von unseren Medien unter den neoliberalen Teppich des Regime - Change gekehrt.Tagesschau.de, Skandal um “Liste der Schande“: UN streichen Saudi - Arabien nach Protest. Eine von solchen Geldgebern abhängige Organisation hat jede Glaubwürdigkeit verloren.
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