UNO fordert neue Drogenpolitik

Die globale Anti-Rauschgiftpolitik ist gescheitert. Neue Wege müssen gegangen werden, fordern zahlreiche Ex-Präsidenten und der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Denn die reine «Kriminalisierung» werde das Verhalten der Menschen nicht ändern.

Polizisten um einen Mann in Zivilkleidung.

Bildlegende: Halten die Aufruf-Unterzeichner für nicht ausreichend: Festnahmen von Drogenbaronen (wie in Mexiko im Februar). Keystone

Ex-Staatschefs um den früheren UNO-Generalsekretär Kofi Annan fordern in einem Appell eine global liberalisierte Drogenpolitik. Im Sinne der Menschlichkeit müsse im Kampf gegen Rauschgift die Gesundheit, nicht die Strafverfolgung im Vordergrund stehen.

Der juristische Kampf gegen Drogen sei gescheitert, heisst es in dem bei der UNO in New York veröffentlichten Dokument. Wichtiger sei es, die gesundheitlichen Folgen zu lindern und die Gewinne der Drogenhändler zu beschneiden.

«Mehr als acht Prozent der Menschheit tragen jeden Tag an der Bürde eines vermeidbaren Schmerzes», heisst es weiter. Schmerzmittel, auch auf Opiaten basierende, könnten dieses Problem lindern.

Es gelte die Antirauschgiftpolitik zu ändern. Die Regierungen sollten ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu beaufsichtigendes Programm starten, um solche Medikamente sicher in den Umlauf bringen zu können.

Sendung zu diesem Artikel

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Drogenland Afghanistan

    Aus 10vor10 vom 26.6.2014

    Zum Weltdrogentag hat die Uno den neuen Weltdrogenbericht veröffentlicht. Er dokumentiert beunruhigende Entwicklungen, etwa aus Afghanistan. Dort hat die Opiumproduktion weiter zugenommen. Mittlerweile kommen 80 Prozent des weltweit angebauten Opiums aus dem armen Land. Und die Droge wird nicht nur exportiert, Afghanistan hat selbst ein gewaltiges Drogenproblem.