UNO fordert Waffenruhe für umkämpfte syrische Grenzstadt

Seit zwei Wochen wird um Al-Kusair an der Grenze zum Libanon gekämpft. Offenbar brauchen Hunderte ärztliche Hilfe.

Ein zerstörtes Fahrzeug der Freien Syrischen Armee in der Nähe von Kusair.

Bildlegende: Ein zerstörtes Fahrzeug der Freien Syrischen Armee in der Nähe von Kusair. Reuters

Vertreter der Vereinten Nationen haben einen sofortigen Waffenstillstand für die syrische Grenzstadt Al-Kusair gefordert. Die Stadt ist seit zwei Wochen heftig umkämpft – offenbar sind bis zu 1500 Verletzte auf dringende medizinische Versorgung angewiesen. 

Die UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos und Menschenrechtskommissarin Navi Pillay forderten den Zugang für Hilfsorganisationen. Diese müssten sofort Gelegenheit erhalten, die Hilfsbedürftigen aus der Stadt zu bringen, heisst es in einem gemeinsamen Appell der beiden UNO-Vertreterinnen. 

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schätzt die Lage als prekär ein. Hunderte schwer verletzte Zivilisten seien von medizinischer Versorgung abgeschnitten. Dies, obwohl Freiwillige des Syrischen Roten Halbmondes bereit stünden.

Tausende sitzen fest

UNO-Angaben zufolge sitzen tausende Zivilisten in der Stadt an der Grenze zum Libanon fest. Al-Kusair wird von den Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen Verbündeten von der libanesischen Hisbollah-Miliz belagert. 

Auch die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton äusserte sich entsetzt über die Gewalt in Al-Kusair. Auch sie rief die Konfliktparteien auf, Hilfsorganisationen einen sicheren Zugang in die Stadt zu gewähren.
 
Die Kontrolle über Al-Kusair ist für beide Seiten wichtig, da sie die Nachschubwege entlang der Grenze zum Libanon sichert.

EDA fordert Schutz

Das Schweizer Aussendepartement hat sich äusserst besorgt über die Lage in Syrien gezeigt, namentlich über die Intensivierung der Kämpfe in Al-Kusair. Die Zivilbevölkerung müsse unverzüglich das umkämpfte Gebiet verlassen können. Das EDA forderte sofortigen Schutz für alle Verletzten.