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International UNO ruft für Jemen den humanitären Notstand aus

Die Vereinten Nationen haben für Jemen die höchstmögliche Krisenstufe ausgerufen. Nach Angaben der Organisation sind derzeit mehr als 21 Millionen Menschen akut auf humanitäre Hilfe angewiesen. Spitzt sich die politisch heikle Lage weiter zu, drohen Hungersnöte und Krankheiten.

Legende: Video Zerstörung in Hauptstadt Sanaa (unkomment.) abspielen. Laufzeit 0:13 Minuten.
Vom 02.07.2015.

Die Vereinten Nationen haben für das Konfliktland Jemen den humanitären Notstand ausgerufen. Nach Angaben der UNO sind derzeit mehr als 21 Millionen Menschen im Jemen akut auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das sind mehr als 80 Prozent der gesamten jemenitischen Population.

Die Vereinten Nationen warnen auch, dass 13 Millionen Menschen Hunger drohe. 9,4 Millionen Jemeniten hätten ferner keinen Zugang zu Trinkwasser, weshalb ihnen Krankheiten wie Cholera drohten.

Jemen in einer Reihe mit Irak, Südsudan und Syrien

UNO-Sprecher Farhan Haq erklärte nach einem Treffen des UNO-Nothilfekoordinators Stephen O'Brien mit Hilfsorganisationen, alle Beteiligten seien sich einig gewesen, Stufe drei hinsichtlich der humanitären Lage für den Jemen auszurufen. Das ist die höchstmögliche Krisenstufe. Damit steht der Jemen in einer Reihe mit nur drei weiteren Ländern: Irak, Südsudan und Syrien.

Legende: Video Aden: Blutvergiessung an der Tagesordnung (unkomment.) abspielen. Laufzeit 0:34 Minuten.
Vom 02.07.2015.

Die Einstufung in Kategorie drei gelte nun zunächst für sechs Monate, erklärte Haq.

Huthi-Milis vs. Regierungtruppen

Im Land wüten derzeit schwere Kämpfe zwischen Rebellen der Huthi-Miliz und ihren Verbündeten auf der einen und Regierungstruppen auf der anderen Seite.

Seit die damit verbundene Gewalt im März eskaliert ist, haben mehr als 2800 Menschen ihr Leben gelassen. 13'000 Personen haben Verletzungen erlitten, und mehr als eine Million Menschen haben sich auf die Flucht begeben müssen.

Staatschef Abd Rabbo Mansur Hadi hält sich aktuell im Exil auf. Eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt die mit Hadi verbündeten Regierungstruppen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Schön, dass es die UNO jetzt bemerkt..wir wissen es schon lange. Aber auf einem Papier mit einer Erklärung , können die Menschen nichts anfangen. Und mit dem Vetorecht gewisser Staaten, ist nichts anderes möglich. Ein sinnloses Unternehmen die ganze UNO.
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Seit Wochen bombardiert Saudi- Arabien den armen Jemen- und kein Mensch richtet darüber, derweil die USA und Deutschland weiter Waffen liefern... Der ungeliebte und mittlerweile verjagte jemenitische Präsident wird gehätschelt anstatt dass seine "Potentatengelder" gesucht und eingefroren werden. Verkehrte Welt! Jetzt kommt hinter dem Bombenhagel die UNO und verlangt Geldmittel von der Gemeinschaft. Ich finde, in diesem Fall sind die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen: KSA, die USA u. D
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Wer geostrategisch wichtig liegt oder ressourcenreich ist, hat es schwer, wenn er gegen die USA/NATO agiert. Er wird physisch und politisch angegriffen, bis er nachgibt, wenn er keine potenten Verteidiger hat. Kollateralschäden an Menschen und Infrastruktur sind ziemlich unbedeutend. Die UNO dient meist nur noch den Grossmächten als politisches Instrument. Der neutrale, unabhängige Schutz von Schwachen, einer der Grundgedanken, kann kaum mehr gewährleistet werden.
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