UNO-Sicherheitsrat kann sich nicht einigen

Keine Stellungnahme zu Syrien: Der UNO-Sicherheitsrat hat sich nach tagelangen Verhandlungen erneut nicht auf einen Text verständigen können. Wieder blockierte Russland.

Der UNO-Sicherheitsrat kann sich erneut nicht zu einer Stellungnahme zu Syrien durchringen. Russland blockierte einen Textentwurf Australiens und Luxemburgs. Putin ist der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Die verschlossene Türe. Dahinter tagt der UNO-Sicherheitsrat.

Bildlegende: Die verschlossene Türe des UNO-Sicherheitsrates: Symbol für die Haltung der Weltengemeinschaft im Syrien-Konflikt. Keystone

Australien und Luxemburg gaben die Suche nach einem Kompromiss am Freitag auf. Die beiden Länder hatten erreichen wollen, dass der Sicherheitsrat zur Hilfe für die Zivilisten in der heftig umkämpften Stadt Homs aufruft. Dort sind bis zu 4000 Menschen eingeschlossen.

UNO-Diplomaten enttäuscht und besorgt

Der britische UNO-Botschafter Mark Lyall Grant erklärte, es sei «sehr enttäuschend», dass die Forderung nach Zugang humanitärer Hilfsorganisationen zu den Zivilisten in Homs «blockiert» worden sei. Auch UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay ist «extrem besorgt» über das Schicksal der Menschen in Homs. Ende Juni hatten Regierungstruppen in Homs eine Offensive gegen die Rebellen begonnen.

Ein Sprecher Russlands erklärte, die Vorschläge Moskaus seien «komplett ignoriert» worden. In einem russischen Entwurf war die Forderung nach Zugang zu Homs sowie den Städten Nubul und Sahra erhoben worden. Zudem müsse den Zivilisten erlaubt werden, diese Städte zu verlassen. Die Zivilisten in Homs würden von «terroristischen Gruppen» festgehalten, die sie als menschliche Schutzschilde missbrauchten.

Moskau hat wiederholt die Verabschiedung von Erklärungen des Sicherheitsrates zu Syrien verhindert.