UNO-Tribunal spricht Milosevics Sicherheitschefs frei

Erneut spricht das UNO-Kriegsverbrechertribunal hohe Mitarbeiter von Jugoslawiens Ex-Präsident Milosevic frei. Seinen Sicherheitschefs konnte keine Verantwortung für die Verbrechen der berüchtigten militärischen Einheiten nachgewiesen werden.

Staniic in Den Haag im Gericht.

Bildlegende: Stanisic war Sicherheitschef von Milosevic. Keystone

Das UNO-Kriegsverbrechertribunal zum früheren Jugoslawien hat die ehemaligen Chefs des serbischen Sicherheitsdienstes unter dem damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic von allen Anklagepunkten freigesprochen. Jovica Stanisic und Franko Simatovic seien nicht schuldig. Zumindest konnte ihnen keine Verantwortung für Verbrechen an zehntausenden Muslimen und Kroaten in Bosnien-Herzegowina und Kroatien 1991 bis 1995 nachgewiesen werden, so die Richter in Den Haag. Die Anklage hatte lebenslange Haft gefordert.

Vor drei Monaten hatte die Berufungskammer des Tribunals den früheren Chef der jugoslawischen Armee für unschuldig erklärt. Auch Milosevic stand wegen dieser Verbrechen vor dem Gericht. Er starb während des Prozesses 2006.

Simatovic mit Polizisten.

Bildlegende: Simatovic kann das Gericht ebenfalls verlassen. Keystone

Stanisic war Leiter des staatlichen Sicherheitsdienstes, Simatovic sein Stellvertreter. Sie gehörten nach Ansicht der Richter nicht mit Milosevic zu einer kriminellen Vereinigung, die ein ethnisch reines Serbien erreichen wollte. Sie hatten dem Urteil zufolge zwar militärische Sondereinheiten ausgebildet (Elitetruppen, die verantwortlich für die Ermordung und Deportation von nicht-serbischen Bürgern waren). «Doch es ist nicht zweifelsfrei bewiesen, dass Stanisic und Simatovic diese Verbrechen geplant oder befohlen haben».