Zum Inhalt springen

International «Uns fehlen die Worte für diese Tat»

Im Kölner Dom hat Deutschland der Opfer des Flugzeugabsturzes vom 24. März in den französischen Alpen gedacht. Zum Trauergottesdienst und dem anschliessenden Staatsakt kamen rund 1400 Menschen, darunter 500 Angehörige. Zu ihnen sprach Bundespräsident Joachim Gauck.

Legende: Video Trauergottesdienst für Opfer von Germanwings-Absturz abspielen. Laufzeit 1:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.04.2015.

Den Auftakt zur Trauerfeier machte ein ökumenischer Gottesdienst unter der Leitung des Kölner Kardinals Rainer Woelki und von Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Neben den rund 1400 Trauergästen im Dom verfolgten auch zahlreiche Menschen eine Übertragung des Gottesdienstes auf dem Vorplatz des benachbarten Hauptbahnhofs.

Mit bewegter Stimme bat eine junge Angehörige eines der Absturzopfer Gott um neuen Lebensmut. Sie bat darum, Liebe stärker sein zu lassen als Verzweiflung.

Gauck am Rednerpult
Legende: «Uns fehlen Worte für diese Tat»: Bundespräsident Gauck sprach auch über den Co-Piloten. Reuters

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den offiziellen Staatsakt. Während diesem musizierte auch ein Ensemble des Halterner Gymnasiums. 16 Schüler und Schülerinnen und zwei Lehrerinnen der Schule waren am 24. März ums Leben gekommen. An diesem Tag sei etwas zerstört worden, das in dieser Welt nicht mehr geheilt werden könne, sagte Bundespräsident Joachim Gauck.

Gaucks Worte zum Co-Piloten

In seiner Rede ging der Bundespräsident auch auf den Co-Piloten ein, der das Flugzeug zum Absturz gebracht hatte. «Dieser eine hat die vielen anderen mit in den Tod gerissen, den er für sich selber gesucht hatte. Uns fehlen Worte für diese Tat», sagte Gauck. Bei vielen Menschen sei die Trauer in Wut und Zorn umgeschlagen ob dieser Vernichtungstat. Aber auch die Angehörigen des Co-Piloten hätten eine geliebten Menschen verloren.

Während der Trauerfeier hatte auf der Treppe zum Altar auch eine Kerze für den Co-Piloten gebrannt. Auch dieser gehöre zu den Opfern, hatte Kardinal Woelki im Vorfeld gesagt. Das Urteil über ihn müsse man Gott überlassen.

Lufthansa-Mitarbeiter trauern weltweit

Die Lufthansa Group organisierte an ihren Standorten weltweit Trauerakte für ihre Mitarbeiter. Ausserdem konnten trauernde Mitarbeiter die TV-Übertragung aus dem Kölner Dom mitverfolgen und es waren kleine Ansprachen führender Manager geplant. Konzernchef Carsten Spohr nahm an der Trauerfeier im Kölner Dom teil.

Wir trauern um unsere Passagiere und Kollegen, die am 24. März 2015 bei dem Flugzeugunglück der Germanwings in der Nähe von Seyne-les-Alpes ihr Leben verloren haben.
Autor: Traueranzeige der Lufthansavom 17. März 2015 in mehreren grossen Tageszeitungen

Beim Absturz der Germanwings-Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf kamen am 24. März 150 Passagiere und Crewmitglieder ums Leben. Verantwortlich dafür war nach jetztigem Stand der Ermittlungen der Co-Pilot, der sich im Cockpit eingeschlossen und den Airbus A320 zum Absturz gebracht haben soll.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

19 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. Helfer, Zürich
    Die öffentliche Staatstrauerfeier finde ich gehört zu solch einem Ereignis. Für die Angehörigen ist es ja nicht ein Muss teilzunehmen. Was ich aber völlig daneben fand, waren die Worte von Gauck. Wie kann ein Bundespräsident einen Menschen verurteilen, dessen Schuld noch gar nicht bewiesen ist. Die Untersuchungen sind noch gar nicht abgeschlossen u noch sind viele Fragen offen. Gauck sollte sich schämen, dass er in seiner Position Menschen verurteilt ohne endgültigen Beweise.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      So kann man es auch sehen! Die Angehörige "sperre" man aus, wenn sie die Teilnahme der Politiker & mit ihnen der ganze Tross von Presse, Fernsehen usw. einfindet stört, damit Politiker ihre Auftritte haben. In erster Linie zählt doch, dass die Angehörigen einen lieben Menschen verloren haben um den sie bei einer Gedenkfeier trauern wollen, egal durch welches Ereignis auch immer. Betreffend Gauck stimme ich Ihnen zu! Zuerst gut angefangen, hat er es dann wieder einmal verbockt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Das auch für den Copiloten eine Kerze brennt ist ein Akt der Liebe, das heißt nicht das es richtig war, nur das jedes Leben und jeder Schmerz zählt. Und das Jüngste Gericht gibt es nicht, das ist blödsinn, was es aber gibt ist der Lebensfilm und die Selbstbelehrung, nicht die Selbstverurteilung. Schade dass die Religionen immer alles verdrehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Silvia Gmür, 8305 Dietlikon
    Gott erschuf keine böse Menschen, Er hat uns einen freien Willen gegeben! Seit dem Sündenfall ist alles aus den Fugen geraten.... Menschen, die gottlos sind, sind fähig solches Elend über die Menschen zu bringen, wie die Kriege....Gott allein wird urteilen, spätestens vor Seinem Thron!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen