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Unter Polizeischutz Weihnachten im Heiligen Land

Christen aus aller Welt feiern in Jerusalem und Bethlehem Weihnachten. Aber es sind weniger als in vergangenen Jahren.

Legende: Video Weihnachten in Bethlehem abspielen. Laufzeit 1:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.12.2017.

In Bethlehem traf am frühen Nachmittag die traditionelle Weihnachtsprozession ein, die von Jerusalem aus aufgebrochen war. Die Feiern werden in diesem Jahr überschattet von der Krise um die umstrittene Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA.

Der Erzbischof segnet mit Weihwasser.
Legende: Erzbischof Pierbattista Pizzaballa vor der Geburtskirche in Bethlehem. Keystone

Das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa, führte die Prozession aus Jerusalem an. Auf dem Krippenplatz vor der Geburtskirche in Bethlehem wurde der in Purpur gekleidete Erzbischof von christlichen Würdenträgern feierlich empfangen.

Geburtskirche von Innen.
Legende: Weniger Gläubige als in vergangene Jahren besuchten an Heiligabend die Geburtskirche in Bethlehem. Keystone

Nur einige dutzend Palästinenser und Touristen versammelten sich vor der Geburtskirche in Bethlehem. Die Christin Nahil Banura aus Beit Sahur im israelisch besetzten Westjordanland sagte, es sei «traurig», dass die Spannungen der vergangenen Tage viele Palästinenser und Pilger abgeschreckt hätten. «Die Leute gehen kaum noch nach draussen.» Dennoch werden über die Feiertage in Bethlehem insgesamt rund 10'000 Besucher erwartet.

Polizist und Demonstrant.
Legende: Bereits einen Tag vor Heiligabend hatten Palästinenser für Jerusalem als Hauptstadt Palästinas demonstriert. Keystone

In den engen Gassen der Altstadt Jerusalems waren am Sonntag einige Touristen zu sehen, es war allerdings nicht dicht gedrängt. Ein palästinensischer Händler, der christliche Andenken verkauft, beschwerte sich über schlechte Geschäfte in den letzten Wochen. «Das ist der Trump-Effekt», schimpfte er.

US-Präsident Donald Trump hatte am 6. Dezember im Alleingang Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt. Der Entscheid wurde weltweit kritisiert und führte in der Region zu Protesten. Der Bürgermeister Bethlehems, Anton Salman, sagte an Heiligabend: «Wir haben ein Leben in Freiheit mit Jerusalem als unserer Hauptstadt verdient.»

Erstmals wieder eine Weihnachtsfeier in Mossul

In der zweitgrössten irakischen Stadt Mossul feierten Christen die erste Weihnacht nach der Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dutzende Menschen versammelten sich in der St. Paulskirche, wo die Messe mit der irakischen Nationalhymne eröffnet wurde. Patriarch Louis Raphael Sako forderte die Gläubigen auf, für «Frieden und Stabilität in Mossul, dem Irak und der Welt» zu beten.

Menschen in Kirche.
Legende: Im irakischen Mossul wird Weihnachten heuer wieder gefeiert. Keystone

4 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Traurig wie unsere Medien, mit wenigen Ausnahmen, Weihnachten in Syrien von der Berichterstattung verbannen (dwnews auf Twitter; If you thought Christmas couldn't possibly be celebrated in Syria nowadays - think again - Merry Christmas from Homs!). Nur in Maaloula, etwa 60 km nördlich von Damaskus, sprechen die Christen bis heute einen westaramäischen Dialekt, wie ihn auch Jesus Christus gesprochen hat.
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  • Kommentar von S. Zgraggen (NACHGEDACHT)
    "Weihnachten im Heiligen Land" war sicherlich viel mehr als dieser Artikel suggeriert! Viele Menschen sehnen sich von Herzen nach Frieden! Das Friedenslicht aus Bethlehem kam auch in die Schweiz und brennt heute in vielen Wohnungen! Die Gläubigen die an Weihnachten dort an Christus denken und für IHN Zeugnis ablegen gebührt Respekt!
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Was kann an einem Land "heilig" sein? Weil dort nie Krieg herrscht? Weil religiöse Neutralität herrscht? Weil irgend ein Gott dies verordnete?
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Naja, die Schweiz war auch so ein "Sonderfall". Der hatte allerdings nichts mit Religion, als vielmehr mit dem schnöden Mamon zu tun;-)
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