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Unterbrochene Bahntrasse Deutsche Rheintalstrecke wieder offen

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Regler nach links verschieben Regler nach rechts verschieben
Legende: Aus alt mach neu: Fast zwei Monate dauerten Reparaturarbeiten in Rastatt.
  • Die wochenlang gesperrte Rheintalbahn-Strecke ist seit Sonntagabend wieder für den Zugverkehr geöffnet.
  • Seit Mitternacht fahren alle Fern- und Regionalzüge wieder nach dem regulären Fahrplan, wie die Deutsche Bahn, Link öffnet in einem neuen Fenster mitteilte. Auch erste Güterzüge konnten wieder über die Strecke rollen.
  • Die SBB hatte zuvor angekündigt, dass der Personenverkehr nach letzten Ersatzzügen am Montag wohl ab Dienstag ganz normal laufen werde.

Als erster fuhr der SBB zufolge ein Personennachtzug von Zürich nach Hamburg kurz nach 23:30 Uhr über die neuen Geleise. Seit dem 12. August war das Nadelöhr der europäischen Nord-Süd-Bahnachse gesperrt. Wegen einer Bahntunnel-Baustelle hatte sich der Boden abgesenkt und die Gleisanlagen zerstört.

Legende: Video Die Züge rollen wieder abspielen. Laufzeit 1:50 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.10.2017.

Die Ausweichroute via Stuttgart hatte nur geringe Kapazitäten und war auch durch Baustellen belastet. Nebenan im Elsass erforderte ein anderes Bahnstromsystem entsprechende Lokomotiven. So stauten sich in beide Richtungen Passagiere und Güter.

Aus Teilen der Politik, von Logistikunternehmen und Verkehrsverbänden kam scharfe Kritik an der Deutschen Bahn (DB). Sie werfen dem Unternehmen mangelnde Risikovorsorge bei dem Bauprojekt vor. Es habe keine Pläne für den Fall einer solchen Panne gegeben.

Die Bahn rechnet nach dem Schaden an der Tunnelröhre mit Verzögerungen an dem Bauprojekt. Die Mehrkosten seien noch nicht zu beziffern. Zwischen Bahn und den Baufirmen laufe ein Schiedsverfahren, teilt die Deutsche Bahn mit.

Nicht zur Tagesordnung übergehen

Zur Klärung der Verantwortlichkeit für die folgenschwere Schienenpanne droht ein langer Rechtsstreit. Ob die SBB ihrerseits Forderungen stellen will, ist gemäss einem Sprecher noch nicht entschieden. Diese Frage prüfe die Geschäftsleitung sorgfältig. Es seien bisher keine Forderungen von Kunden eingegangen.

Die SBB schreibt von «massiven Auswirkungen» wegen der Rastatt-Panne, darunter Einnahmeausfälle in Millionen-Höhe. Genau bezifferbar sind diese laut dem Sprecher noch nicht.

Daher sei es wichtig, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen, sondern international Lehren zu ziehen punkto Ausweichrouten, Koordination, Daten- und Personalaustausch sowie Sicherheit. Die Schienenpanne zeige überdies die Notwendigkeit des geplanten trimodalen Güterterminals im Basler Rheinhafen.

Legende: Video Bahn-Sperrung bescherte Basel Super-Frachter abspielen. Laufzeit 0:05 Minuten.
Aus Tagesschau vom 02.10.2017.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Dani Queren (Queren)
    Die Deutsche Bahn hat Glück. Momentan ist in Deutschland niemand mehr für irgendwas zuständig. Die Regierung ist für lange Zeit nur noch geschäftsführend. Die Beamten mach Dienst nach Vorschrift und die Parteien üben die Scheinkoalition. Der Bundespräsident könnte jetzt eigentlich zu einem längeren Urlaub ansetzen und nächstes Jahr mal schauen ob das Regieren wieder möglich wird. Somit werden schnelle Forderungen nach Schadenersatz schon fast zu einer Lachnummer.
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Wenn die SBB fuer die Reumung einer Leiche auf drei Spuren drei Stunden statt Minuten braucht, waere ich froh um einen Bus, statt mit einem verfallenden Flugticket einfach stehen gelassen zu werden....
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Immerhin sorgt die DB - wie bei den kuerzlichen Kabelbrenden, die in den SMM verschwiegen wurden - dass die Reisenden trotz Ausfall vieler Zuege mit minimalen Verspaetungen weiterkamen, wenn auch manchmal nur auf Stehplaetzen. Die Gueter wurden zuerst stehen gelassen. Die SBB laesst an Werktagen Persoenenzuege verspaeten um Gueterzuegen den Vortritt zu lassen. In der Nacht und an Sonntagen werden Reisende wegen Bagatellen stundenlang ohne alternative Transportangebote stehen gelassen....
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Herr Dupond, es gibt bei der DB mehr Verspätungen als bei uns. Ich glaube , da muss man der SBB auch mal ein Lob aussprechen. Einzelne Verspätungen wird es immer geben.
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Wuestner - Die reprivatisierte SBB ersetzte die Sicherheit durch Puenktlichkeit. Nicht nur werden Anschluesse wegen ein paar Minuten gebrochen, die Bremsproben nach Sackbanhof-Lokumhaengung wurden auch statt vor der Abfahrt auf die Fahrt verlegt, sobald diese ohne Zeit"verlust" nachgeholt werden koennen. Prompt fuhr ein Zug ohne gebremste Wagen mehrere Dutzend km nach der Abfahrt in Zuerich einem anderen Zug in die Flanke mit Todesopfer. Lieber spaeter ankommen als stehengelassen oder gar tot..
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    3. Antwort von Samuel Röthlisberger (S.Roethlisberger)
      Herr Dupond: Was sie erzählen bezüglich Bremsprobe stimmt schlicht nicht. Nach jedem Richtungswechsel muss zwingend eine Bremsprobe im Stand sowie eine Wirkungsbremsprobe kurz nach der Abfahrt bei niedrigem Tempo durchgeführt werden. Der Unfall mit der Flankenfahrt war letztlich menschliches Versagen. Die Bremsprobe wurde falsch durchgeführt. Bitte keine Unwahrheiten verbreiten.
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    4. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Was ist Smm?
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    5. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Roethlisberger - Der Flankenunfall waere bei Beachtung der noch bei den staatlichen SBB geltenden Vorschriften mit Wirkungsbremsprobe vor der Abfahrt und nicht erst danach NICHT passiert. Das ist aehnlich wie bei den weiland Barrierewaerterinnen. Wenn sie wegen Uebermuedung die Barrieren offen liessen, wanderten sie wegen Fahrlaessigkeit ins Loch, obwohl ein Haltesignal fuer den Zug bei nicht ordnungsgemaess geschlossener Barriere alle solchen Unfaelle verhindert haetten....
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