Untersuchung gegen Böhnhardt wegen Kindsmord

Der deutsche NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt wird post mortem verdächtigt, auch einen neunjährigen Knaben ermordet zu haben. Dieses Verbrechen wurde nie aufgeklärt.

Die Staatsanwaltschaft Gera untersucht, ob der NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt für den Mord an einem neun Jahre alten Knaben im Juli 1993 verantwortlich ist. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das Verbrechen ist bis heute nicht aufgeklärt. Neben Böhnhardt hält die Staatsanwaltschaft einen weiteren Mann für einen möglichen Verdächtigen. Es handelt sich um einen mutmasslichen Unterstützer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU), der später geholfen haben soll, die Mordwaffe zu beschaffen. Das NSU-Trio soll neun Kleinunternehmer mit türkischen und griechischen Wurzeln ermordet haben. Böhnhardt hatte sich nach der letzten Tat das Leben genommen.

Die Ermittlungen im Fall des ermordeten Buben seien bereits vor Monaten wieder aufgenommen worden. Anlass dafür seien «verbesserte Möglichkeiten, Spuren auszuwerten», sagte der Sprecher. Böhnhardt sei schon damals ins Visier der Ermittler geraten, aber man habe ihm nichts nachweisen können. Dasselbe gelte für den zweiten Mann.