Unwetter verwüsten Chiles Norden

Sintflutartige Regenfälle haben in grossen Landstrichen schwere Schäden angerichtet. Über 100 Menschen werden noch vermisst. Zehntausende Wohnungen wurden zerstört. Zusätzliche Armeekräfte sollen jetzt bei Bergungs- und Aufräumarbeiten helfen.

Schlamm auf Strasse, dahinter zerstörte Häuser

Bildlegende: Schlamm, Matsch und zerstörte Häuser. In der Unwetterregion Chiles wird weiter nach vielen Vermissten gesucht. Keystone

Nach den Unwettern im Norden Chiles geht die Suche nach möglichen Toten weiter. Noch immer werden 125 Menschen vermisst. Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf 25, wie der Katastrophenschutz Onemi mitteilte.

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Unwetter haben den Norden Chiles verwüstet. (unkomm.)

0:35 min, vom 6.4.2015

Über 2000 Tonnen Hilfsgüter

Zehntausende Wohnungen wurden durch die Wasserfluten beschädigt oder zerstört. In einigen Landstrichen brach das Stromnetz zusammen. Auch die Wasserversorgung wurde teilweise unterbrochen.

In die betroffenen Regionen Atacama, Antofagasta und Coquimbo seien bislang über 2200 Tonnen Hilfsgüter entsandt worden, wie die Behörden mitteilten. Verteidigungsminister Jorge Burgos kündigte an, dass zusätzliche Soldaten in das Krisengebiet geschickt würden.

Präsidentin sagt weitere Hilfen zu

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hatte die von tagelangen Überschwemmungen verwüsteten Gebiete in der Atacamawüste zuvor besucht und den Flutopfern Unterstützung zugesagt.

Impfung einer Frau

Bildlegende: Menschen aus den Unwettergebieten rund 800 km nördlich von Santiago werden eilig gegen Tetanus und Hepatitis geimpft. Keystone

Die vom Hochwasser zerstörten Häuser würden «wieder aufgebaut», versprach sie. «Es schmerzt mich, mein Land in so einem Zustand zu sehen», sagte die Präsidentin. «Wir werden eine Lösung finden.»

Schlimmster Regen seit 80 Jahren

Nach Angaben des Katastrophenschutzes mussten rund 30'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Gut 2700 von ihnen kamen in Notunterkünften unter.

In der betroffenen Wüstenregion Atacama hatten in der vergangenen Woche verheerende Regenfälle und Stürme eingesetzt. Es waren die schlimmsten Niederschläge in der Region seit 80 Jahren.