US-Armee trainiert syrische Rebellen in Jordanien

Bislang haben die USA gezögert, im Syrien-Konflikt mitzumischen. Das ändert sich nun: Die USA-Armee schickt Militärausbildner nach Jordanien. Ihre Mission: Schulung der Kämpfer der Freien Syrischen Armee.

Mitglieder der Freien Syrischen Armee

Bildlegende: Bessere Ausbildung, bessere Waffen: Die Freie Syrische Armee soll besser unterstützt werden. Reuters


Syrische Rebellen werden aufgerüstet

2:38 min, aus Echo der Zeit vom 22.06.2013

Kein westlicher Staat will seine Soldaten in die syrischen Wüsten schicken. Deshalb wollen die USA die Rebellen stärken. Und zwar nur diejenigen, die keine islamistische Agenda haben: In Syriens Nachbarland Jordanien werden über 5000 Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA) an modernen Waffensystemen geschult.

Washington hat in den vergangenen Wochen rund 2000 zusätzliche Berater und Ausbildner nach Jordanien geschickt. Das Weisse Haus hatte zu einem Bericht der «Los Angeles Times» über die militärische Ausbildung von Rebellen durch das US-Militär in Jordanien erklärt: «Wir haben unsere Unterstützung verstärkt.»

Hilfe zur Selbsthilfe

Nach Angaben jordanischer Militärs habe man den Rebellen anfangs nur beigebracht, wie man chemische Waffen entdecke und sichere. Inzwischen lernten sie auch, wie man Luftabwehrwaffen sowie panzerbrechende Raketen bediene.

Die Aufständischen sollten damit in der Lage sein, selbst eine «Flugverbotszone» und eine «Pufferzone» entlang der jordanisch-syrischen Grenze zu verteidigen. Im Zusammenhang mit dieser Strategie dürfte auch die Stationierung von F-16 Kampfjets und Patriot-Luftabwehrraketen in Jordanien zu sehen sein.

Gespräche in Katar

Zwei Informanten aus der Golf-Region berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, Saudi-Arabien habe die Lieferung moderner Waffen an die Aufständischen beschleunigt. Über die Art der Waffen machten sie keine Angaben. Sie seien aber geeignet, das Gleichgewicht der Kräfte zu verändern.

Stärkere Unterstützung für Syriens Rebellen. Das stand auch auf der Agenda der Syrien-Kontaktgruppe. Die militärische Unterstützung für die Regimegegner, bedeute aber keine Abkehr von einer politischen Lösung. Dies betonte US-Aussenminister John Kerry in Doha.

In der Abschlusserklärung hiess es: Die Opposition muss dringend die nötige Ausrüstung erhalten. Nur so kann sie sich gegen die brutalen Angriffe des Regimes und dessen Verbündeten zur Wehr setzen. Die Unterstützung soll von jedem Geberland auf seine Weise erfolgen. Sämtliche militärische Unterstützung muss über den Militärrat der syrischen Opposition laufen. An den Beratungen in Doha nahmen elf Regierungschefs und Aussenminister teil.

Zur «Kerngruppe der Freunde des Syrischen Volkes» gehören die USA, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Ägypten, die Türkei, Saudi-Arabien, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar.

Friedenstreffen in der Schwebe

Für die von Russland und den USA geplante Friedenskonferenz in Genf gibt es noch keinen Termin. Damaskus hat seine Teilnahme angekündigt, betont aber: Assad denke nicht an Rücktritt. Die Rebellen haben ihre Teilnahme an Bedingungen geknüpft. So verlangen sie den Rückzug der für Assad kämpfenden Hisbollah-Kämpfer.