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International US-Bevölkerung gegen Militärschlag

Die Amerikaner sind kriegsmüde. Das bekommen Volksvertreter landauf, landab täglich zu spüren, wenn es um die Attacke gegen Syrien geht.

John McCain, Menschen die Plakate in die Höhe halten
Legende: Sieht sich mit einer Welle des Protests konfrontiert: John McCain, Befürworter eines Militärschlags gegen Syrien. Keystone

Bei Bürgerversammlungen in den USA verspüren Befürworter eines Militärschlags gegen Syrien derzeit heftigen Gegenwind. Gemäss Umfragen ist eine Mehrheit der Amerikaner gegen einen Angriff, wie SRF-Korrespondent Beat Soltermann berichtet.

Nur jeder Zehnte für US-Attacke

Erst vor wenigen Tagen hatten landesweite Umfragen ergeben, dass zwei von drei US-Bürgern ein Eingreifen in Syrien ablehnen. Dass Amerika nach dem Giftgas-Einsatz von Assads Regime reagieren müsse, meint nur jeder zehnte Befragte.

Insbesondere den Befürwortern eines militärischen Angriffs wie dem Republikaner John McCain schlage bei seinen Auftritten bei Bürgerforen eine Welle der Ablehnung entgegen. Obwohl er immer wieder beteuert, dass an eine Entsendung amerikanischer Bodentruppen nicht gedacht werde, erklärt SRF-Berichterstatter Soltermann weiter.

Keine Alternativen mehr

Die Führung in Washington sieht nach den gescheiterten Bemühungen um eine gemeinsame Haltung zu Syrien keine Alternativen mehr zu einem Militärschlag gegen das Regime in Damaskus.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, sagte, alle Alternativen zu einem militärischen Vorgehen seien erschöpft. Es sei naiv anzunehmen, dass sich die russische Führung in ihrer Position noch umstimmen lassen werde.

Auch der syrische Machthaber Assad sei sich offenkundig über die Unterstützung im Klaren, die er durch Russland erhalte. Assad verfüge über ein riesiges Arsenal an Chemiewaffen, das auch durch den Einsatz gegen Zivilisten am 21. August nicht spürbar reduziert worden sei, so Power.

UNO-Helfer bleiben vor Ort

Die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen in Syrien bereiten sich nach Angaben von UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos auf einen Militärschlag vor. Die UNO-Helfer seien aber «fest entschlossen», ihre Arbeit fortzusetzen.

Die Notfallpläne würden ständig an die Lage angepasst für den Fall, dass sich infolge einer Militärintervention die Notlage verschärfe und die Flüchtlingszahlen nach oben schnellten, sagte Amos nach ihrer Rückkehr aus Syrien in Beirut.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Es wird ja wohl nicht sein, dass sich die USA noch einmal für den Rest der Welt opfert! Als Präsident George Busch das notwendige tat als die ganze Welt den Lügen + dem Gemetzel nur zuschaute, hat man ihn + mit ihm das ganze Volk zu unrecht als böse hingestellt + verdammt. Nun will der "brave" Obama genau das Gleiche machen. Er sagt nur ganz kurz eingreifen, das ist lächerlich. Obama wurde nur gewählt, weil er dem Volk vorgaukelte, dass er so etwas nie tun würde. "sozialistische" Falschheit?
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    1. Antwort von A. Guant, Sunnybeach
      Nüchtern betrachtet,sollte früher oder später jedem vernünftigen Menschen aufgefallen sein,dass es keine anderen Länder auf diesem Planeten gibt,die nur annähernd so viele Menschenleben auf dem Gewissen haben wie es die USA u. Grossbritannien haben.Kaum ein anderes Land auf dieser Welt hat noch immer so viele Massenvernichtungswaffen im Arsenal wie die USA u. UK.Wenn sich solche Länder jetzt auch noch als aufopfernde Retter hinstellen,dann grenzt das fast schon an Perversion.
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  • Kommentar von Walter Wieser, USA
    Ein "begrenzter Einsatz" nuetzt sowieso nichts. Das gegenseitige Morden und Toeten wird weitergehen. Siehe Irak. Gewalt ist in dieser "friedlichen" Religion seit jahrhunderten fest verankert. Egal von welcher Seite wir reden. Wir koennen und sollen das nicht aendern.
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  • Kommentar von Walter Wieser, USA
    Warum zeigt man hier ein Bild von McCain? Es ist F-nobelpreistraeger Obama der in den Krieg ziehen will. Wie war das doch mit Busch? Sein Name war mit jeder negativ- Schlagzeile verbunden..... Ja, das US Volk will keinen Einsatz in Syrien. Weil es ein sinnloses Unterfangen ist. Niemand haben 100'000 Opfer (darunter auch Kinder)! gestoert! Warum ploetzlich das Geschrei? Wenn man tot ist spielt es keine Rolle mehr wie man gestorben ist. Kugeln, Granaten, Raketen, Gift, was ist der Unterschied?
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