US-Bundesstaat will Kampf um Abtreibung neu entfachen

North Dakota hat das strengste Abtreibungsrecht in den USA erlassen. Der Gouverneur des US-Bundesstaats will damit einen Präzedenzentscheid am obersten US-Gericht provozieren. Seine Hoffnung ist, dass der Supreme Court nach 40 Jahren seine Haltung zum Recht auf Abtreibung ändert.

Gouverneur Jack Dalrymple aus dem Bundesstaat North Dakota unterschrieb ein Gesetz, das Abtreibungen erschwert. Es verbietet Frauen einen Schwangerschaftsabbruch, sobald der fetale Herzschlag gehört werden kann.

Demonstranten mit Anti-Abtreibungs-Schildern.

Bildlegende: US-Abtreibungsgegner hoffen, mit dem Gesetz einen Grundsatzentscheid über Abtreibung von 1973 umzustossen. Reuters

Das ist rund sechs Wochen nach der Empfängnis der Fall, wie die Tageszeitung «USA Today» berichtete. Auch Abtreibungen mit der Begründung eines genetischen Defektes beim Baby sind nach dem Gesetz künftig nicht mehr erlaubt.

Der Republikaner Dalrymple hofft, dass die Vorlage als Grundlage dafür dienen könne, einen Grundsatzentscheid des US Supreme Court umzustossen. Der unter dem Namen «Roe vs. Wade» bekannte Leuchtturm-Entscheid bestätigte 1973 das Recht auf Abtreibung.

Frauenrechtler kritisieren das Gesetz, weil es die Gesundheit von Frauen gefährde. Viele würden zu illegalen, geheimen Abtreibungen gezwungen und könnten damit ihr Leben riskieren. Die Gruppe «Naral Pro-Choice America» beklagte, dass die neue Vorschrift keine Ausnahmen für Vergewaltigungsopfer und in Inzestfällen mache.