US-Chef pfeift auf Millionen – und schenkt sie den Mitarbeitern

US-Unternehmer Dan Price verspricht seinen Mitarbeitern die Anhebung ihres Jahresgehalt auf 70'000 Dollar innert zwei Jahren. Sein eigenes Millionengehalt reduziert er dafür drastisch. Die Massnahme sorgt im Umfeld zahlreicher Mindestlohnproteste für grossen Wirbel.

Dan Price in Nahaufnahme

Bildlegende: Dan Price verzichtet auf ein Millionengehalt. Demnächst verdient er genauso viel wie seine Mitarbeiter. CBSN

Dan Price dürfte zu den beliebtesten Chefs der USA gehören. Seinen 120 Angestellten des Bezahldienstes Gravity Payments hat er neu einen jährlichen Mindestlohn von 70'000 Dollar garantiert. Gleichzeitig hat er angekündigt, sein eigenes Gehalt drastisch zu reduzieren.

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Price informiert die Belegschaft (Englisch/unkommentiert)

0:37 min, vom 16.4.2015

Der 30-jährige Price kündigte den Schritt unter donnerndem Applaus an, wie in einem Internetvideo zu sehen war. Der Jungunternehmer erklärte, dass die Löhne über die kommenden drei Jahre schrittweise angehoben würden.

Mindestlohn für den Chef

Um dies zu finanzieren, wolle er selbst sein Gehalt reduzieren. Price erklärte, sein eigenes Gehalt von einer Million auf 70'000 Dollar senken zu wollen. Sein Gehalt sei «wirklich sehr hoch gewesen», weshalb er es auf den künftigen Mindestlohn senken wolle, bis der Firmengewinn das Niveau wie vor der aktuellen Gehaltsanpassung erreicht habe, sagte er.
Der Firmenchef stammt aus einer ländlichen Gegend im US-Bundesstaat Idaho und ist dafür bekannt, einen alten Audi zu fahren und in einer Dreizimmerwohnung zu wohnen. Die Ankündigung sorgte in den US-Medien, in denen verstärkt über die Ungleichheit der Gehälter diskutiert wird, für Schlagzeilen.

Landesweite Proteste für höheren Mindestlohn

Das Thema Mindestlohn treibt in den USA aktuell zahlreiche Menschen für Proteste auf die Strassen. In über 230 US-amerikanischen Städten demonstrierten laut den Organisatoren Zehntausende, um eine bessere Entlöhnung zu fordern.

An der Kundgebung in New York beteiligten sich insbesondere Mitarbeiter von Schnellrestaurants, aber auch Flughafenangestellte und Personal aus den Bereichen Gesundheit und Kinderbetreuung. Aus Solidarität schlossen sich Studenten und Aktivisten an. «Kämpft für 15 Dollar», stand auf Transparenten zu lesen.

Die US-Regierung sieht einen Mindestlohn von 7,25 Dollar vor, viele Bundesstaaten haben aber eigene Mindestlöhne. In New York liegt er derzeit bei 8,75 Dollar pro Stunde, nächstes Jahr soll er auf neun Dollar steigen. In San Francisco und Seattle wurde der Mindestlohn bereits auf 15 Dollar angehoben.