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International US-Diplomatin schimpft: «F*** the EU»

Die schwere verbale Entgleisung einer amerikanischen Top-Diplomatin droht die Beziehungen zwischen den USA und der EU weiter zu belasten. Ein Tonbandmitschnitt beweist den Ausrutscher. Das eigentlich vertrauliche Telefonat kursiert im Internet.

Legende: Video «Fuck the EU»: Ausrutscher und Entschuldigung abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.02.2014.

Nach Angaben des US-Aussenministeriums hat sich die Spitzendiplomatin für ihre verbale Entgleisung bei ihren europäischen Partnern entschuldigt. Nuland ist die Abteilungsleiterin für Europafragen im US-Aussenministerium. Die Äusserungen fielen in einem vertraulichen Telefonat, in dem es um Lösungsansätze zur Beilegung der Krise in Kiew ging.

Unbekannte hatten den Tonbandmitschnitt auf YouTube veröffentlicht. Washington beschuldigte Russland, hinter der Veröffentlichung zu stehen. «Dies ist ein neuer Tiefpunkt der russischen Spionagetaktik», sagte Aussenamtssprecherin Jen Psaki.

Echter Mitschnitt

Die Äusserung fiel in einem vertraulichen Telefongespräch Nulands vor einigen Tagen mit dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt. Darin ging es um Lösungsansätze zur Beilegung der Krise in der früheren Sowjetrepublik.

Nuland begrüsste es, dass sich auch die Vereinten Nationen in den innerukrainischen Konflikt einschalten. «Das wäre grossartig.» Sie «könnten helfen, diese Sache zu Ende zu bringen». Dann fielen die abfälligen Worte in Richtung Europa: «Fuck the EU».

Das US-Aussenministerium zweifelte nicht an der Echtheit des Mitschnitts. «Ich sage nicht, dass dies nicht authentisch ist. Ich meine, dabei sollten wir es belassen», sagte Psaki.

Klitschko spricht von Provokation

Im selben Telefonmitschnitt soll Nuland auch die Rolle des ukrainischen Oppositionspolitikers und Ex-Boxweltmeisters Vitali Klitschko kritisiert haben. «Ich glaube nicht, das Klitschko in die Regierung soll. Das ist nicht notwendig», so Nuland.

An Klitschko prallt das bisher ab. Im Gegenteil, der Oppositionsführer hat die Veröffentlichung des Telefongesprächs als Provokation bezeichnet.

«Alle Seiten müssen jetzt besonnen reagieren und sollten nicht in diese Falle tappen», mahnte Klitschko. «Es ist wichtig, dass die USA und die EU weiterhin gemeinsam vermitteln, alles andere hilft nur dem Regime von Janukowitsch.»

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Äusserung der US-Europabeauftragten hingegen scharf kritisiert. Sie halte die Äusserung für «absolut unakzeptabel». Die Europäische Union werde sich «weiter mit grosser
Intensität bemühen, die Lage in der Ukraine zu beruhigen».

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Auch Geheimdienste am Pranger

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat das Abhören der US-Diplomatin durch Geheimdienste scharf kritisiert. «Das Gefährliche ist, dass wir jeden Tag sehen, dass es nichts mehr in dieser digitalisierten Welt der Geheimdienste gibt, das man noch als geschützt betrachten kann», sagte Schulz.

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