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International US-Drohnen: Signale aus Deutschland für Angriffe in Afrika

Die USA stehen wegen der gezielten Tötung von Terroristen mit Drohnen in der Kritik. Nach Medienberichten spielen US-Militärbasen in Deutschland eine wichtige Rolle bei solchen Angriffen in Afrika.

US-Drohne im Flug
Legende: US-Drohnen über Afrika werden auch von Basen in Deutschland aus gesteuert, berichten Medien. Reuters/Archiv

Die US-Luftwaffe steuert Drohnenangriffe in Somalia über amerikanische Militärbasen in Deutschland. In einer Flugleitzentrale auf dem US-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein würden Einsätze in Afrika geplant, berichten die «Süddeutsche Zeitung» und das ARD-Magazin «Panorama».

Über eine Satellitenanlage in Ramstein halte der Pilot in den USA zudem offenbar Kontakt zur Kampfdrohne am afrikanischen Einsatzort. Die Medien zitieren aus einem Papier der US-Luftwaffe: Ohne diese Relais-Station könnten die Angriffe nicht durchgeführt werden.

Das US-Militär habe versichert, dass die Verantwortung für alle militärischen Operationen in Afrika beim Einsatzführungskommando «Africom» liegt. Dieses sitzt in Stuttgart.

«Man wusste von der militärischen Zentrale in Stuttgart, aber offenbar nicht, dass das gezielte Töten mit unbemannten Flugzeugen möglich gemacht wird», sagt SRF-Korrespondent Fritz Dinkelmann in Berlin. Konkret sei die Rede von einem «Air-and-Space-Operation-Center» in dem bis zu 650 Soldaten an 1500 Computern sitzen würden. Sie würden den Luftraum in Europa und Afrika überwachen.

«Neu ist auch, dass 2007 als das Afrika-Kommando in Deutschland eingerichtet wurde, die Deutsche Regierung dies offenbar geheimhalten wollte», so Dinkelmann. Jedenfalls habe die US-Regierung Deutschland gebeten, den Standort nicht speziell zu erwähnen, weil dies sonst zu unnötigen öffentlichen Debatten führen würde.

Den Berichten zufolge wirft die Beteiligung der US-Stützpunkte in Deutschland rechtliche Fragen auf. «Die Tötung eines Terrorverdächtigen mithilfe einer bewaffneten Drohne ausserhalb eines bewaffneten Konflikts kann – wenn die Bundesregierung davon weiss und nicht dagegen protestiert – Beteiligung an einem völkerrechtlichen Delikt sein», sagte ein Völkerrechtler.

Die Bundesregierung habe betont, sie habe keine Anhaltspunkte, dass Drohnenangriffe über Deutschland geplant oder durchgeführt würden.

Legende: Video Drohnenkrieg in Afghanistan abspielen. Laufzeit 04:32 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.01.2013.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    was sagt da unser zuMaurer mit der besten Armee der Welt, dazu?????.... Ist die Schweiz überhaupt schon in dieser Zeit angekommen und wie lange will sie noch den rücksichtslosen Separatisten-Staat mit Abschottung spielen????????????
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  • Kommentar von Gerhard Himmelhan, Naters
    N.Meier, Die amerikanischen Basen in Deutsch.sind autonom und werden dahingehend von den Amerik. benutzt. Deutschland kann protestieren aber mehr nicht. Das ist schon seit Ende des 2. Krieges so u. vertraglich geregelt. Die militärische Infrastruktur stammt ausschliesslich aus Amerika. Ursprünglich wurden diese Basen zur Friedensicherung v. Westeuropa erstellt. Im übrigen wurde während des Irak-Krieges die Satellitenst. in Brentjong ob Leuk für den Ueberflug von amerik. Flugzeugen eingesetzt!
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Das Nutzungskonzept der Airforce Base Ramstein erlaubt die Durchführung von Einsätzen von Kampfflugzeugen u. Drohnen im Rahmen der entsprechenden Abkommen. Der Korrespondent Dinkelmann wusste es möglicherweise nicht, andere Quellen jedoch schon.
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