US-Drohnen töten auch US-Bürger

Den Stein ins Rollen brachte US-Justizminister Eric Holder. In einem Brief an den Kongress gesteht er erstmals öffentlich die Tötung eigener Staatsbürger durch US-Drohnen ein. Die «New York Times» leitete das Schreiben an ihre Leser weiter.

Aufnahme der US-Air-Force-Drohne «MQ-1 Predator» im Flug über einem Wüstengebiet.

Bildlegende: Die unbemannten Kriegsmaschinen töten tief im Feindesland. Das birgt nicht nur Vorteile. Reuters

Der Al-Kaida-Prediger Anwar al-Awlaki und drei weitere US-Bürger fielen dem Feuer einer Kampfdrohne im Jemen zum Opfer, die die Getöteten möglicherweise mit ihren eigenen Steuern bezahlt haben.

Der Prediger ist dabei absichtlich getötet worden, während die drei anderen Opfer nicht gezielt ins Visier genommen worden seien. Dies schreibt US-Justizminister Eric Holder in einem Brief an den Kongress. Das Schreiben gelangte rasch auf die Internetseite der renommierten Zeitung «New York Times».

Oberstes Gericht gibt seinen Segen

Holder schrieb den Brief vor einer sicherheitspolitischen Rede des Präsidenten Barack Obama am Donnerstag, die den Anti-Terror-Kampf seiner Regierung zum Inhalt haben soll. Holder spricht in seinem Brief explizit auch von Angriffen ausserhalb von Kriegsgebieten wie Afghanistan.

Das Schreiben rechtfertigt die Tötung Awlakis im September 2011 im Jemen als angemessen und legal. Da das ranghohe Al-Kaida-Mitglied viele Terroristen aktiv zu Anschlägen angestachelt haben soll, sei es eine «unmittelbare Gefahr» für das Leben von Amerikanern gewesen. 

Das Oberste Gericht erlaube «Massnahmen» zum Schutz vor Terroristen, die sich im Ausland versteckten, auch wenn sie US-Bürger seien, schreibt Holder.