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International US-Militär erlaubt Soldatinnen Kampfeinsätze

Die US-Armee will Frauen den Fronteinsatz erlauben. Das Pentagon hat die Aufhebung des Verbots von 1994 offiziell bestätigt. Dies sei ein weiterer Schritt zur Gleichstellung von Mann und Frau in der US-Armee, heisst es. Auch Präsident Barack Obama unterstützte die Idee.

US-Soldatinnen in Afghanistan
Legende: US-Soldatinnen Auch Kampfeinsätze sollen ihnen künftig erlaubt werden. keystone/archiv

«Das Ziel ist, dass die Aufgaben der Armee von den Personen erfüllt werden, die am fähigsten sind. Unabhängig vom Geschlecht», sagte Verteidigungsminister Leon Panetta.

Auch US-Präsident Barack Obama setzte sich für die Aufhebung des Kampfverbots für Frauen ein. Laut seinem Sprecher ist Obama «sehr zufrieden» mit der Entscheidung. Diese würde die «Chancen für die Frauen erweitern».

Bisher waren Fronteinsätze für Frauen ein Tabu in Amerika: Jetzt sollen auch die Soldatinnen kämpfen. Der Entscheid macht den Militäreinsatz für Frauen zwar gefährlicher – kann aber auch neue Karrieren ermöglichen.

Frauen im Kampf, Soldatinnen – künftig auch an der Front?

Fronteinsätze sind den US-Soldatinnen seit 1994 untersagt. Über Nacht werde das Verbot aber nicht fallen, hiess es beim Fernsehsender CNN. Es sei denkbar, dass es weiterhin Einschränkungen gebe. Bis 2016 hätten die Teilstreitkräfte Zeit, um Ausnahmen für einzelne Aufgabengebiete Bereiche zu beantragen, hiess es.

Weil die Frauen bisher offiziell keine Kampfeinsätze leisteten, blieben ihre Karrierechancen begrenzt. Auch deswegen kämpfen Bürgerrechts- und Soldatinnen-Organisationen seit Jahren für Gleichberechtigung. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU zeigte sich deshalb erfreut über die Entscheidung. Sie hatte 2012 im Namen von vier Soldatinnen Klage gegen das Verteidigungsministerium eingereicht.

Mit der Neuregelung öffnen sich für amerikanische Soldatinnen Tausende neue Stellen im Militär. In der US-Luftwaffe waren bislang 99 Prozent der Stellen für Frauen offen, bei der Marineinfanterie und im Heer dagegen nur etwa 70 Prozent.

Tote gibt es nicht nur an der Front

Für Frauen war der Einsatz in der Armee aber auch bisher gefährlich.

15 bis 20 Prozent der Soldaten, die an Kampfeinsätzen beteiligt sind, tragen psychische Schäden davon. Das sagte der amerikanische Militärpsychologe David Reynolds im Gespräch mit Radio SRF. Dabei komme es nicht auf das Geschlecht an. Frauen litten nicht stärker unter dem so genannten Kampf-Trauma als Männer.

Hinzu kommt, dass sich in modernen Kriegen kaum mehr voraussagen lässt, welche Einsätze nun harmlos und welche lebensgefährlich sind. Es gebe keine klaren Abgrenzungen mehr. Weder damals in Irak, noch heute in Afghanistan. Das erklärte die US-Soldatin Kelly Hasselmann gegenüber dem Sender Al-Jazeera.

Sprengbomben können überall explodieren, Heckenschützen überall schiessen. Das heisst: Selbst wenn eine Frau gar nicht für einen Kampfeinsatz eingeteilt ist, riskiert sie ihr Leben. Allein in Afghanistan fielen mehr als hundert US-Soldatinnen.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich von Braun, Stuttgart
    Hallo H. Frei, vielen Dank für Ihre Antwort. Bitte überlegen Sie aber, ob es bei meiner Schilderung wirklich um ein Horrorbild handelt! Soldaten haben mit Gewalt die Ziele ihrer Dienstherren umzusetzen. Es muss klar sein, dass dies nicht mit Werfen von Wattebäuschchen von statten geht, an forderster Front eh nicht. Diese Gewalt-Berechtigung bedingt , dass Andere, sprich Gegner eben, wie es im Jargon lautet, ausgeschaltet werden. Dies ist eben Horror, aber leider ein recht realer. Euer H.v.B.
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    1. Antwort von Fritz Frei, Buriram
      "sich dasrüber zu freuen, wie bestialisch sie jemanden umgebracht hat" hat mit Kriegszielen und der Kampfrealität nichts zu tun. Natürlich gibt es auch im Militär Psychopathen, aber die riesige Mehrheit hat im Kampf v.a. Angst. Dass man dann nur schon zum eigenen und dem Schutz der Kameraden versucht, den Gegner auszuschalten oder zurückzutreiben ist menschlich, nicht psychopathisch.
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  • Kommentar von JP Simon / Nietzscheaner, Bern
    Es darf nicht darüber hinweg täuschen, geht es nicht nur in den Wüstensand zu keuchen, für was die Gleichberechtigung, jeder und jede ein Kampfhund, fällt und steht, in allen Farben die Zehen-(Nägel), dort steht nun ein Gewehr - bei Fuss, teuer zu vergiessen sein Blut. Wo der Tod ist, ist auch Leben und Sterben, soll es helfen eine Karriere anzustreben, aus den Frauentraumen und -dramen ist Hoffnung zu wagen, im Geiste ach wie schön, zu stossen den Kinder- und Konsumwagen.
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  • Kommentar von Heinrich von Braun, Stuttgart - Großer Kanton
    Irgendwie, liebe Leser, gefällt mir persönlich der Gedanke nicht, dass eine Frau als Kampfmaschine dazu hergenommen wird um Menschen in forderster Front zu töten. Eine Frau und Mutter hat doch in der Gesellschaft eine andere Aufgabe als Tod und Leid über den Gegner zu bringen, sich vielleicht noch darüber zu freuen, wie bestialisch sie jemanden umgebracht hat. Das jedenfalls passt nicht zu dem Frauenbild, das ich mir vorstelle, Emanzipation hin oder her.! Das meint Euer H.v.B.
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    1. Antwort von Fritz Frei, Buriram
      Wenn Sie das von Ihnen geschilderte Horrorbild Männern zutrauen, tun Sie mir leid. Nur Psychopathen, ob männlich oder weiblich, verhalten sich so wie Sie (es schildern :)).
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    2. Antwort von Mart Web, Switzerland
      Den Rebellen, Taliban usw. wird es sicher gefallen, wenn sie in deren Hände fallen...
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    3. Antwort von Hans Knecht, Kontinentaleuropa
      Man betrachte mal Kriegsheimkehrer: Auch Männer eignen sich nicht als Kampfmaschine. Das bedenkliche bei Frauen und Waffen liegt meines Erachtens in den gesellschaftlichen Folgen. Wieso sollte ich (Mann) eine Frau Ansprechen, Umwerben und ggf. Beschützen, wenn Frau auch sehr gut alleine zurecht kommt und womöglich eines Tages auf der anderes Seite eines allfälligen Konfliktes gegen mich kämpft? Anderseits können verletzte und tote Frauen Hassemotionen förder, was wiederum Frieden verunmö...
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